Der Krefelder „Schluff“ ist mehr als nur eine alte Dampfeisenbahn - er ist zweifelsohne ein Stück lebendige, rollende Stadtgeschichte. Viele Menschen verbinden damit Kindheitserinnerungen, Ausflüge und ein besonderes Erlebnis, das man in der heutigen digitalisierten Welt nicht mehr so oft findet. Ende des Jahres, nach den Nikolausfahrten, ist damit nun endgültig Schluss. Es hat sich ausgeschlufft.
Über viele Jahre haben sich Stadtwerke und allen voran der Schluff-Verein mit Vehemenz und außergewöhnlichem Engagement für den Erhalt und die Weiterfahrt des Nostalgiezugs eingesetzt. Ein finanzieller Kraftakt, der nun nicht mehr zu stemmen ist, wie es heißt. Über zweieinhalb Millionen Euro würde die Sanierung verschlingen. Geld, welches schlichtweg nicht vorhanden ist und / oder an anderer Stelle dringend benötigt wird. Schließlich ist die Kernaufgabe der Stadtwerketochter SWK Mobil zunächst einmal der ÖPNV in unserer Stadt. Und da wartet augenscheinlich noch genug Arbeit.
Ach, übrigens: Das Schluff-Aus macht traurig, doch die Vernunftentscheidung ist richtig. Auch wenn dies die Kritiker in den Sozialen Netzwerken anzweifeln. Zu gerne würde ich wissen, wer von diesen denn tatsächlich regelmäßig ein Fahrticket für den Schluff gelöst hat. Aber, auch wenn die letzte Fahrt aufs Abstellgleis unabdingbar zu sein scheint, bleibt doch die Frage, ob diese in einem dann doch eher abgeschlagenen Lokschuppen beim Verkehrsmuseum an der St. Töniser Straße enden muss? Mir würden andere Orte einfallen, wo die Tradition sichtbar bliebe....