Ach, übrigens... Es fehlt die Pinkepinke

„Wer soll das bezahlen?

Von Jörg Zellen

Foto: Marsha Glauch

Wer hat das bestellt?

Wer hat so viel Pinkepinke?

Wer hat so viel Geld?“

Diese Zeilen aus dem Karnevalsklassiker von 1949 passen vortrefflich zur aktuellen Situation der meisten Kommunen in Deutschland. Auch Krefelds Finanzlage ist mehr als kritisch. Die Kassen sind klamm, der Investitionsdruck ist groß. Die Verwaltung zog nun die Reißleine, will der Politik einen vorläufigen, stark abgespeckten Wirtschaftsplan für den Eigenbetrieb Zentrales Gebäudemanagement vorlegen. Das zentrale Schlagwort lautet „Priorisierung“. Gewünschte Investitionen, die noch nicht in der Umsetzung sind, müssen zurückgestellt werden. Betroffen davon sind u.a. Schulen, Feuerwachen, Kitas und Sporthallen (mehr dazu auf Seite 3). Freilich ein Schlag für die betroffenen Institutionen, aber auch eine Art Entfesslung für die Stadt, die diesen Kraftakt auf Gedeih und Verderb im Sinne des großen Ganzen meistern muss. Oberbürgermeister Frank Meyer bezeichnete die Mammutaufgabe trefflich passend als „Quadratur des Kreises“ und betonte, dass es sich mitnichten um eine „Streichliste“ handele. Doch selbst den kühnsten Optimisten sollte klar sein, dass die Geldnot im Stadtsäckel alsbald nicht enden dürfte.

Ach, übrigens: Auch das Thema Fairness muss angesprochen werden. Es wäre eben nicht fair, wenn nun innerhalb der Stadt eine Neiddebatte darüber ausbrechen würde, was „priorisiert“ wurde und was nicht. Ganz sicher nicht fair ist es seitens des Bundes, den Kommunen immer weitere Aufgaben aufzuerlegen, diese jedoch finanziell nicht zu deckeln. Die Zahlungen aus dem Sondervermögen, dies räumte auch OB Meyer ein, würden hier bei uns grade einmal reichen für „zwei Drittel der Theatersanierung oder für ein Viertel unserer Straßen“.