Ach, übrigens... Was ist Glück? Und wer ist Meister...?

Der „Glücksatlas“ der SKL sortiert deutsche Städte nach ihrem vermeintlichen Wohlbefinden. Die Ergebnisse sorgen hier und da immer mal wieder für ungläubige Verwunderung. Das jüngste Ranking sah Kassel an der Spitzenposition, gefolgt von Krefeld.

Von Jörg Zellen

Foto: Marsha Glauch

Das wirft Fragen auf. Zum Beispiel: Was ist eigentlich Glück? Ist es ein sauber gepflegter Mittelwert aus Einkommen, Wetter und der Dichte an Bäckereifilialen? Oder ist es dieser eine Moment, wenn der Puck im Netz zappelt und plötzlich eine ganze Stadt gleichzeitig schreit? Falls Letzteres zutrifft, müsste das Ranking nun aber ganz dringend aktualisiert werden.

Kassel mag also statistisch vorne liegen. Vielleicht sind die Wege dort kürzer, die Luft klarer oder die Wartezeiten beim Amt erträglicher. Alles schön und gut. Aber Krefeld hat jetzt etwas, das sich nicht so leicht in Diagramme pressen lässt: kollektive Euphorie, Stolz und die leicht heisere Stimme nach zu viel Jubel.

Und überhaupt: Wer sagt denn, dass Glück ein Dauerzustand sein muss? Vielleicht ist es viel überzeugender, wenn es in Wellen kommt. Große, laute, unübersehbare Wellen – wie eben die Meisterschaft unserer Pinguine. Kassel hat vielleicht den soliden Grundpegel. Krefeld hingegen hat den Ausnahmezustand.

Ach, übrigens: Das SKL-Ranking mag vielleicht recht haben. Oder auch nicht. Aber während man in Kassel noch darüber nachdenkt, wie sich Glück messen lässt, weiß man in Krefeld längst, wie es sich anfühlt. Und das ist, ganz unstatistisch betrachtet, ein ziemlich gutes Argument.