Ach, übrigens... Die Rückkehr von „UdU“

Krefeld. · Sie ist schon so etwas wie ein Denkmal. Aber eben keines, welches einen Kaiser, Dichter oder gefallenen Helden ehrt. Die Rede ist von der Standuhr am Ostwall, den meisten Krefeldern wohl schlicht als „UdU“ bekannt.

Von Jörg Zellen

Foto: Marsha Glauch

Wobei dies ja tatsächlich mehr eine Ortsbezeichnung ist. Früher traf sich die Jugend eben „unter der Uhr“. Drei Buchstaben, die für Generationen von Abiturienten mehr bedeuteten als jede Lateinvokabel.

„UdU“ wurde gefeiert, gelacht, angestoßen und gelegentlich auch festgestellt, dass man zwar das Abitur bestanden hatte, aber noch immer nicht wusste, wie spät es eigentlich war. Die Uhr selbst nahm all das stoisch hin. Sie hatte schon Generationen von Abiturienten kommen und gehen sehen: mit Blumensträußen, Sektflaschen und manchmal mit dem festen Vorsatz, ab morgen ein völlig ernsthafter Mensch zu sein.

Anfang dieses Jahres wurde die Uhr durch einen Lkw zerstört. Und ja, irgendwie fehlte sie. Plötzlich war der Ostwall nur noch eine Straße – ohne Treffpunkt, ohne Symbol, ohne den stillen Zeugen jugendlicher Triumphzüge.

Seit dieser Woche ist sie zurück und steht wieder da, als wäre nichts gewesen. Vielleicht ein bisschen frischer, vielleicht ein wenig polierter – aber im Grunde noch dieselbe alte Uhr. Und sogleich werden wieder Erinnerungen wach.

Ach, übrigens: Eines hat unsere „UdU“ über all die Jahre bewiesen: Manche Zeitmessgeräte zeigen nicht nur die Uhrzeit an. Sie messen ganze Lebensabschnitte.