„Ich sage Ja zu Olympia an Rhein und Ruhr“, strahlt Anne Poleska vor Vorfreude im Werbevideo. Denn die ehemalige Krefelder Schwimmsportlerin kennt die einmalige Olympia-Atmosphäre. Gleich dreimal hat sie solche genießen dürfen. In Athen 2004 errang sie über 200 Meter Brust sogar die Bronzemedaille.
Auch Krefelds Stadtdirektor Markus Schön gerät ins Schwärmen über die Möglichkeit, Olympia in die heimische Region und nach Krefeld zu holen: „Wir wollen uns diese Chance nicht entgehen lassen.“
Die Region Rhein-Ruhr mit dem Zentrum Köln bewirbt sich um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Wenn dies zu einem dieser Termine gelingen sollte, stellt die Stadt Krefeld die Yayla-Arena für die Sportarten Taekwondo und Rollstuhlrugby zur Verfügung.
Um die Meinung der Bevölkerung zu erkunden, ob Krefeld sich an der gemeinsamen Bewerbung von 17 Rhein-Ruhr-Städten beteiligen soll, hat die Stadt einen Bürgerentscheid vorbereitet. Per Brief können rund 175.000 Krefelder ab 16 Jahre über die Frage abstimmen. Dazu verschickt das Rathaus an alle Wahlberechtigten einen Brief mit Stimmzettel. Die Bürger können darauf „Ja“ oder „Nein“ ankreuzen.
Den verschlossenen Umschlag mögen die Wähler dann bis zum 15. April per Post an die Stadt zurücksenden, kostenlos. Spätentschlossene können den Umschlag noch bis zum 19. April um 16 Uhr in den Nachtbriefkasten des Rathauses einwerfen.
Am Abend des 19. April zählen 400 Wahlhelfer die Stimmen in einer öffentlichen Veranstaltung im Berufskolleg Vera Beckers aus. 10 Prozent der Wähler mindestens müssen sich am Entscheid beteiligt haben, damit das Ergebnis gilt. „Gegen 20 bis 21 Uhr liegt das Ergebnis vor“, schätzt die städtische Beigeordnete Cigdem Bern.
„Das Verfahren bedeutet eine breite demokratische Legitimation“, unterstreicht Markus Schön die Bedeutung der Abstimmung. Die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes entscheidet im September darüber, ob die Region Rhein-Ruhr als deutscher Kandidat ins Rennen um die Ausrichtung der Spiele geht. Das Votum der Bevölkerung wird dabei ein wichtiges Argument sein.
Schön und die Mitstreiter des Krefelder Stadtsportbundes SSB machen kein Hehl daraus, aktiv um ein Ja der Bevölkerung zu werben. „Der Landessportbund wird Infostände am 22. März beim Spiel des KFC Uerdingen und am 28. März beim Heimspiel der HSG aufschlagen“, kündigt SSB-Geschäftsführer Jens Sattler schon mal an. Aber auch weitere Werbevideos mit bekannten Krefeldern sowie ein riesiges Banner am Seidenweberhaus sollen die Zustimmung der Wahlberechtigten beflügeln.
Der Bürgerentscheid kostet die Stadt Krefeld rund 520.000 Euro; wobei das Land NRW 85 Prozent der Kosten übernimmt.
Wer die Argumente für oder gegen die Ausrichtung der Spiele noch überdenken möchte, sei auf die Homepage der Stadt verwiesen: www.krefeld.de/olympia . Dort sind viele weitere Informationen gesammelt. Überdies findet man dort auch Stellungnahmen der politischen Parteien. Auch diese können zur Meinungsbildung beitragen. Die Infos sind ebenfalls den Wahlbriefen beigefügt.
Ex-Schwimm-Star Anne Poleska hat sich schon entschieden: „Finde ich mega gut“. Sie erinnert sich gern an das spezielle Olympia-Flair in den Ausrichtungsstädten. Nun sagt sie: „Ich wünsche mir für Krefeld, dass wir ein Teil dieses Flairs leben können.“