„Die Zahl der Unfälle ist gegenüber dem Vorjahr um 370 zurückgegangen“, blickt Polizeipräsidentin Ursula Mecklenbrauck durchaus zufrieden in die Verkehrsbilanz des Jahres 2025. Besonders freut es sie, dass 14 % weniger Unfälle mit Beteiligung von Kindern gezählt werden konnten.
Allerdings ereigneten sich 2025 immer noch 8.417 Unfälle auf den Straßen Krefelds. Besonders traurig: „Wir haben eine schwerwiegende Zahl zu vermelden, die uns betroffen macht“, erklärt Mecklenbrauck beklommen: 11 mal endeten Unfälle tödlich. Alle tödlich Verunglückten waren im Senioralter. Es starben vier Fußgänger, vier Pedelec-Fahrer, zwei Radfahrer und ein Autofahrer.
Bei 830 Verkehrsunfällen gab es Verletzte. Ursache dieser Unfälle war in 37 % der Fälle ein falsches Abbiegen. Auf Platz zwei der häufigsten Ursachen liegt die Missachtung der Vorfahrt. Zu geringer Abstand machte die dritthäufigste Unfallursache aus. In 11 % der Fälle war Alkohol im Spiel.
Tim Leven, Leiter der Direktion Verkehr, differenziert die Unfallopfer nach besonders gefährdeten Gruppen: „173 Senioren sind verunglückt“, bedauert der Polizeirat. Bei Kindern bis 14 Jahre listet er 90 Unfälle auf (Vorjahr 105), wobei die betroffenen Kinder in 68 Fällen als Radfahrer oder Fußgänger aktiv ins Unfallgeschehen involviert waren.
Um Unfälle zu vermeiden, engagiert sich die Krefelder Polizei stark in der Arbeit zur Vorbeugung: „Prävention hat bei uns einen hohen Stellenwert“, betont die Polizeipräsidentin. Für alle Altersgruppen hält die Krefelder Polizei Formate für Verkehrsunterricht bereit. Allein im letzten Jahr führte sie 160 Veranstaltungen durch. Das beginnt mit der Puppenbühne für kleine Kinder und endet erst mit einem Rollator-Training für Senioren.
Zum Glück endet nicht jeder Unfall mit Verletzungen, so schlimm auch diese Unfälle sind. Unfälle, die sich auf Sachschaden beschränkten, zählte die Polizei 7.587.
Immer wieder verwerflich ist die Unfallflucht, weil die Geschädigten oftmals auf einem hohen Schaden sitzen bleiben. 1.878 mal ergriff ein Unfallbeteiligter die Flucht. Von den 76 Unfallfluchten mit Verletzten konnte die Polizei in 59 % der Fälle den Unfallverursacher ermitteln.
Tim Leven macht im Zusammenhang mit der Unfallstatistik noch auf den Opferschutz der Polizei aufmerksam, insbesondere bei Unfällen mit tödlichem Ausgang. „Betroffene Angehörige können über die Leitstelle Informationen über das Unfallgeschehen erhalten.“ Überdies kooperiert die Polizei mit der Notfallseelsorge der Kirchen. Damit Opfer von Unfällen und Angehörige nicht allein mit ihren seelischen Belastungen bleiben.