Polizei Mönchengladbach veröffentlicht Kriminalitätsstatistik 2025 Mehr „Autofühler“ als Messerstecher

Mönchengladbach · In dieser Woche hat die Polizei Mönchengladbach ihre Kriminalitätsstatistik für 2025 präsentiert. Die Zahl der Straftaten ist gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Gemessen am NRW-Schnitt ist die Kriminalität hier weiterhin überdurchschnittlich hoch. Warum Kriminaldirektor Guido Henn dennoch sagt: „In Mönchengladbach kann man gut wohnen“...

Delikte gegen Eigentum sind in Gladbach eher ein Problem als Gewaltdelikte. Die Zahl der Diebstahldelikte an Autos hat 2025 zugenommen. Häufig zu beobachten: so genannte „Autofühler“, die testen, ob Autos unverschlossen sind. Foto: www.polizei-beratung.de

Foto: www.polizei-beratung.de

Es sind Meldungen wie die vom 3. März, die dem Mönchengladbacher im Kopf bleiben, ein Gefühl von Unsicherheit hinterlassen: Bei einem nächtlichen Raubdelikt am Sittardplatz ziehen drei Männer einen 36-Jährigen in eine dunkle Ecke, schlagen, treten, rauben ihn aus. Tatsächlich sind es aber weniger diese Art Delikte, die die Gesamtzahl der Straftaten 2025 weiterhin auf ein Level leicht über dem NRW-Schnitt hievt. „Die meisten Straftaten in Mönchengladbach richten sich gegen Eigentum, nicht gegen Personen“, betont Kriminaldirektor Guido Henn bei der Präsentation der neuesten Zahlen.

Nach einem Post-Corona-Hoch in 2023 mit 25 035 vollendeten Straftaten ist die Zahl der Gesamtkriminalität rückläufig. 2024 waren es noch 23 279, im vergangenen Jahr 22 645 Straftaten.

Mit 16,26% machen Vermögens- und Fälschungsdelikte den größten Anteil aus. Mit Abstand dahinter u.a. Körperverletzung (8,26%), Ladendiebstahl (8,25%), Sachbeschädigung (7,45%), Gewaltkriminalität (4,07%). Im Bereich Straßenkriminalität, der mehr als ein Viertel der Straftaten ausmacht, stehen Diebstähle an/aus Kraftfahrzeugen mit 34,35% an erster Stelle, gefolgt von Sachbeschädigung an KFZ (15,34%) und Fahrraddiebstählen.

Straftaten gegen das Leben gab es 2024 vier, 2025 eine. Vergewaltigungen wurden in 2024 72 angezeigt, im letzten Jahr 68 – bei einer Aufklärungsquote von 90,54%. Was Raubüberfälle und Fälle von gefährlicher/schwerer Körperverletzung auf Straßen, Wegen und Plätzen wie im Fall vom 3. März angeht, sind die Zahlen deutlich gesunken – von 97 (2024) auf 66 vollendete Taten in 2025 (Raub) und von 335 auf 303 (Körperverletzung).

Die Aufklärungsquote bei Raub ist gesunken (von 47,11% auf 34,12%). Ursache, so Henn, sei die oft erschwerte Ermittlung (falls ohne Videoüberwachung), mit unzuverlässigen Aussagen (nach Alkoholkonsum) und vielen DNA-Spuren (typisch nach Kneipenbesuch). Anders bei den Körperverletzungsdelikten: Hier liegt die Aufklärungsquote bei 73,12% (70,41 in 2024). „Körperverletzungen passieren meist im Streit mit bekannten Personen“, erklärt Henn. „Die Wahrscheinlichkeit, dass man in der Stadt Opfer einer Körperverletzung wird, ist gering – es sei denn, man kennt die Person schon.“

Eine positive Tendenz gibt es in puncto Messertäter: 147 waren es 2024, im letzten Jahr 104, was Henn zum einen auf Kontrollen, zum anderen auf intensive Präventionsarbeit, auch an Schulen und Flüchtlingsunterkünften, zurückführt. „Es ist ein Phänomen, dass Kinder oft gesagt haben: Ich brauche ein Messer, um mich zu verteidigen.“ Hier scheint die „Besser ohne Messer“-Kampagne zu fruchten.

Gute Erfolge verzeichnet die Polizei MG auch im Bereich Betrug an älteren Menschen mit 50% Aufklärungsquote (31,35% in NRW). Vor allem falsche Wasserwerker, in der Regel lokale Tätergruppierungen, konnten dingfest gemacht werden.

„Die Zahlen geben uns recht. In Mönchengladbach kann man gut wohnen“, sagt Henn, ist sich aber sehr wohl bewusst: „Fakten sind das eine, die Gefühlsebene das andere.“ Darum folge die Polizei MG nach dem „BAB-Konzept“ der Kriminalität in Raum und Zeit und sei dankbar, wenn Bürger Auffälligkeiten melden.

Die komplette Statistik und ein Interview mit Boris Vieten, Leiter der Kriminalinspektion 1, gibt es online unter https://moenchengladbach.polizei.nrw/artikel/polizeiliche-kriminalstatistik-2025-4

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