Kriminalitätsbilanz 2025 Deutlich weniger Einbrüche

Krefeld · Einen Überblick über die Kriminalitätslage in Krefeld gab nun Polizeipräsidentin Ursula Mecklenbrauck. Fazit: Es gibt nicht mehr Straftaten als im Durchschnitt der Vorjahre.

Stellen im Polizeipräsidium die Kriminalbilanz des Jahres 2025 vor: Krefelds Polizeipräsidentin Ursula Mecklenbrauck und Manuel Kiehne aus der Polizeidirektion Kriminalität. Foto: Müller

Foto: Müller

„Wir verzeichneten im Jahr 2025 insgesamt 20.922 Straftaten“, berichtet Krefelds Polizeipräsidentin Ursula Mecklenbrauck, „die Aufklärungsquote lag bei 53 Prozent.“

Das ist natürlich nur ein sehr grober Überblick. Man muss in die einzelnen Bereiche der Kriminalität schauen, um ein Bild zu erhalten.

So kam es im vorigen Jahr zu 367 Wohnungseinbrüchen. Zwar ist jeder Einbruch einer zuviel. Aber: „Damit wird ein historischer Tiefstand erreicht“, erklärt Manuel Kiehne von der Polizeidirektion Kriminalität. 61 Tatverdächtige ermittelte die Polizei, 31 von ihnen waren keine Deutschen. Allerdings lag die Aufklärungsquote trotz Steigerung gegenüber den Vorjahren nur bei rund 12 Prozent.

Noch niedriger liegt die Aufklärung bei Fahrraddiebstählen. 955 Räder wurden 2025 gestohlen. Das sind deutlich weniger als im Vorjahr. Dafür sind mehr Mopeds und E-Scooter entwendet worden, offenbar weil sie leichter weiterzuverkaufen sind.

Zugenommen hat auch das Schwarzfahren in Straßenbahnen. 1547 mal wurden Personen ohne Fahrschein angetroffen, das sind 489 Fälle mehr als im Vorjahr. „Der Anstieg ist aber wohl eher durch einen Anstieg der Kontrollen zu erklären“, schätzt Manuel Kiehne.

Ein deutlicher Rückgang zeichnete sich im Bereich der Drogendelikte ab. Das muss aber nicht bedeuten, dass weniger Drogen konsumiert wurden. „Der starke Rückgang hat seinen Ursprung vor allem in der veränderten Rechtslage für Cannabis“, erläutert Ursula Mecklenbrauck. Durch die Legalisierung kleiner Mengen im Privatbesitz müssen die Polizisten stärker als bisher ganz konkrete Verkäufe nachweisen, um einen Gesetzesverstoß zu ermitteln. Dennoch gelang es der Polizei, 21 Kilogramm illegaler Drogen sicherzustellen, wobei Cannabis dabei den größten Anteil ausmachte. Mecklenbrauck zum Fahndungsdruck: „Für Dealer und Konsumenten aus anderen Städten und Gemeinden ist Krefeld deutlich weniger attraktiv geworden“.

Bei Rohheitsdelikten wie Körperverletzung und Raub ist die Bilanz uneinheitlich. Insgesamt verzeichnete die Polizei etwas weniger Fälle als im Vorjahr, nunmehr 2967 Fälle. Der Polizei gelang es, über 81 Prozent aller Fälle aufzuklären.

Bei den Raubüberfällen auf Straßen und Plätzen kam es mit 82 Vorfällen zu einer leichten Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Hingegen gingen Meldungen von gefährlicher Körperverletzung (563 Fälle) leicht zurück; und bei leichter Körperverletzung (1328 Fälle) war sogar ein starker Rückgang um 103 Fälle zu verzeichnen.

Besonders erschütternd sind zwei Morde, ein Totschlag und sechs versuchte Totschläge. Die Polizei konnte sämtliche Vorfälle aufklären.

Ebenfalls erschütternd ist der sexuelle Missbrauch, insbesondere bei Kindern. 56 Fälle von Kindesmissbrauch an 72 kindlichen Opfern wurden das Jahr über bekannt. 47 der Opfer waren Mädchen, 25 Jungen. Sie waren zwischen sechs und 14 Jahre alt, vereinzelt sogar unter sechs Jahren. Die Polizei klärte fast 95 Prozent der Fälle auf. Die Anzahl von Strafverfahren wegen Abbildungen von Missbräuchen mit Kindern geht wie in den Vorjahren weiterhin zurück, ist aber mit 59 Fällen immer noch auf hohem Niveau. Zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs an Kindern hat die Krefelder Polizei eigens eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Insgesamt ist das Leben in der Seidenstadt nicht gefährlicher geworden. Die Anzahl der Straftaten entspricht dem Durchschnitt der Vorjahre. Für das Opfer einer Straftat ist dies kein Trost. Aber eine Zunahme an Unsicherheit ergibt die Jahresbilanz der Polizei nicht.