Kriminalitätsstatistik 2025 für den Kreis Viersen vorgestellt Ein Rückgang an Straftaten

Kreis Viersen · Anfang der Woche stellten Sebastian Wessel, Abteilungsleiter der Kreispolizei Viersen und Leitender Polizeidirektor, sowie Mark Borsch, stellvertretender Leiter der Direktion Kriminalität und Erster Kriminalhauptkommissar, die Kriminalitätsentwicklung für das Jahr 2025 vor. Insgesamt wurden 16 683 Straftaten registriert, was einem Rückgang von 14,7 Prozent entspricht. Mit 59,5 Prozent liegt die Aufklärungsquote um 4,7 Prozent höher als im vergangenen Jahr.

Haben die Kriminalitätsstatistik für 2025 für den Kreis Viersen vorgestellt: Mark Borsch, Direktion Kriminalität, und Sebastian Wessel, Leitender Polizeidirektor.

Foto: Kellys Grammatikou

„Das sind durchaus positive Zahlen und wir können beruhigt sagen, dass man im Kreis Viersen sicher lebt“, versichert Sebastian Wessel bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik. Mit 59,9 Prozent Aufklärungsquote läge man über dem Landesdurchschnitt, auch wenn man die intern gesetzte Quote von 60 Prozent nicht erreicht habe. „Wir sind trotzdem sehr zufrieden“, ergänzt Mark Borsch. „Wir haben über 7 600 Tatverdächtige ermittelt. Das ist die höchste Aufklärungsquote der vergangenen fünf Jahre, darüber können wir sehr stolz sein“, so Borsch weiter. Sowohl Sebastian Wessel als auch Mark Borsch führen das zum einen auf die Präventionsveranstaltungen der Polizei zurück, aber auch darauf, dass die Bevölkerung immer mehr sensibilisiert ist, was Straftaten betrifft. „Rufen Sie uns an - lieber einmal zu viel, als zu wenig“, betont Mark Borsch.

Die für den Kreis Viersen erfassten Delikte seien gesunken und liegen im letzten Jahr bei 16 683 Straftaten und damit mit  2 900 Straften unter dem Wert von 2024. Den größten Anteil machen die Diebstahlsdelikte mit 32,27 Prozent aus.

Kriminalitätsstatistik 2025

Foto: RBAV

Dem gegenüber steht eine hohe Aufklärungsquote. „Diese konnten wir um 4,7 Prozent steigern“, freut sich Sebastian Wessel. Der höchste Wert seit den letzten fünf Jahren. „Das ist ein ganzheitlicher Behördenerfolg. Aber auch die Mithilfe und die Hinweise der Bürger tragen zu diesem Erfolg bei“, erklärt Borsch.

Hier sei ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Gab es 2024 noch eine Stagnation mit 630 Delikten, seien diese in 2025 auf 669 angestiegen. Auch die schwere oder gefährliche Körperverletzung ist in 2025 um 10,5 Prozent gestiegen und zählt 505 Straftaten. „Da sich Opfer und Täter aber meist kennen, haben wir hier eine Aufklärungsquote von 85,2 Prozent - eine Steigerung von 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Sebastian Wessel.

Nach dem deutlichen Anstieg im Vorjahr konnte in 2025 die Fallzahl der Diebstähle auf 5 380 Fälle gesenkt werden mit einer Aufklärungsquote von 23,9 Prozent. Die Reduzierung von Diebstählen an und aus Kraftfahrzeugen sowie Diebstahl von Fahrrädern, Pedelecs und E-Scootern sei ein wichtiger Schwerpunkt im letzten Jahr gewesen. „Das ist uns im Jahr 2025 sehr gut gelungen und die Bekämpfung dieser Delikte wird auch in diesem Jahr im besonderen Fokus stehen“, betont Borsch. So ging der Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen um etwa 30 Prozent zurück, beim Fahrraddiebstahl gab es einen Rückgang um etwa 36 Prozent. Ausdrücklicher Tipp der Kreispolizei: Sparen Sie nicht bei der Sicherung Ihrer Zweiräder. Notieren Sie zudem die Rahmennummer in Ihren Unterlagen und machen Sie ein Foto von Ihrem Zweirad. Beugen Sie einem Autoaufbruch vor, indem Sie niemals Wertsachen in Ihrem Auto zurücklassen.

Die Stadt Viersen und Willich liegen mit 33 Prozent (Viersen) und 18 Prozent (Willich) am höchsten in der Gesamtbetrachtung für den Kreis - gefolgt von Tönisvorst, Nettetal und Kempen, wobei die Gemeinden Brüggen, Niederkrüchten, Schwalmtal und Grefrath die geringsten Zahlen aufweisen. „Bei der Entwicklung der Wohnungseinbrüche konnten wir feststellen, dass die erfassten Taten zurückgegangen sind. Erfreulich auch, dass die Hälfte der Einbrüche im Versuch stecken bleibt. Das deutet darauf hin, dass die Menschen im Kreis Viersen unsere Präventionsangebote rund um den Einbruchschutz annehmen und die Tipps beherzigen“, zeigt sich Mark Borsch erfreut.

Nach einem Anstieg in 2023 sankt die Zahl der Betäubungsmittel-Delikte. Das sei, so Wessel, aber auch auf die Teil-Legalisierung von Cannabis und deren Verwendung zurückzuführen.

Nach den erfolgreichen letzten beiden Jahre 2023 und 2024 konnten die Zahlen in 2025 nochmals auf 108 Fälle gesenkt werden. „Auch hier hat die Aufklärungsarbeit geholfen. Viele Menschen sind nicht mehr so leichtgläubig. Die Sensibilisierung von Mitarbeitern beispielsweise bei der Bank - wenn ältere Menschen plötzlich hohe Summen Geld abheben - hat zur Schadensbegrenzung beigetragen. Trickbetrüger haben es schon lange nicht mehr so leicht, wie in der Vergangenheit“, weiß Borsch zu berichten.

Das Kommissariat Kriminalprävention und Opferschutz hat mit seiner großen Auswahl an Angeboten eine Vielzahl von Bürgern aus dem Kreis Viersen beraten und informiert. Das belegen 241 größere Veranstaltungen mit bis zu 400 Teilnehmern. Schwerpunkte hier waren Betrugsprävention, Einbruch oder Diebstahlschutz.

„Wir wissen, jede Straftat ist eine zu viel und oft fühlt es sich für den Betroffenen anders an - aber man kann sicherlich sagen, dass die Polizei im Kreis Viersen eine gute Arbeit leistet und immer für ihre Bürger erreichbar ist und bleibt.“