Weltverbrauchertag am Sonntag: Betrug im Internet Reingefallen? Kein Grund zum Schämen

Mönchengladbach · Anlässlich des Weltverbrauchertages am heutigen Sonntag, hatte die Mönchengladbacher Verbraucherberatung am Donnerstag zum Pressegespräch gebeten. Thema: Betrugsmethoden im Internet.

„Zwei Drittel der Internet-User waren schon mal Opfer von Cyberkriminalität“: Verbraucherberaterinnen Edda Nowak (l.) und Andrea Zabelberg.

Foto: RBAV/Ulrike Mooz

. Eines sei schon mal vorweg gesagt: Wer Opfer von Betrug im Internet geworden ist, sollte nicht aus Scham schweigen, denn dann kann ihm weder geholfen werden, noch erfahren potenzielle weitere Opfer von der Betrugsmasche. Anlässlich des Weltverbrauchertages am 15. März ging es am Donnerstag bei der Verbraucherberatung um Cyberkriminalität, insbesondere Phishing-Mails, falsche SMS, Briefe oder gefälschte QR-Codes mit dem Ziel, an persönliche Daten und Konten der Betroffenen zu gelangen.

„Zwei Drittel der Internet-User haben schon einmal Cyberkriminalität erlebt“, sagt Edda Nowak, Beraterin bei der Mönchengladbacher Verbraucherberatung. Die Betrugsmaschen würden oft darauf basieren, dass auf die Opfer Druck ausgeübt werde, etwa bei Geldanlagen mit vermeintlich astronomischen Gewinnen, wo schnelles Handeln als erforderlich suggeriert werde. „Meistens sind das Vorgehensweisen, wo sich die Betroffenen bei ruhiger Betrachtung der Fakten fragen: Wie konnte ich nur?“, so Nowak.

Aktuell machen Täuschungsstrategien in Chatgruppen Schlagzeilen. Vermeintliche Finanzberater kontaktieren Betroffene telefonisch, über soziale Netzwerke oder Werbeanzeigen. Sie werben für angeblich lukrative Investitionen – oft in Kryptowährung oder innovative Technologien – und bauen über Wochen und Monate mit perfiden Methoden Vertrauen auf. „Man kann es nicht anders sagen: Die Gier macht die Leute unvorsichtig“, sagt Verbraucherberaterin Andrea Zabelberg. Die Menschen seien bereit, große Summen zu investieren. In Mönchengladbach hatte Edda Nowak vor nicht allzu langer Zeit jemanden, der 60 000 Euro investieren wollte. „Zum Glück hat er rechtzeitig gemerkt, dass da was nicht stimmt und seine Konten sperren lassen“, sagt sie. „Hinterher kann man meistens leider nicht mehr viel tun.“

Betrugsfallen lauern auch bei ganz normalen Kaufaktionen in Online-Shops. Weil die hinterlegte Option „Sicher bezahlen“ einen Aufpreis beinhalte, wählten viele Interessenten Zahlungswege ohne Aufpreis oder Verkaufsabwicklungen in einem privaten Mail- oder Chataustausch mit der Preisgabe von persönlichen Bankdaten. Ein weiteres Risiko bestehe, wenn Betrüger Bildschirmfotos mit QR-Codes schickten, die manipuliert sein können, und dann das Geld auf unbekannte Konten umleiten.

Ist es einmal passiert, können Opfer von Cyberkriminalität nur noch die Polizei einschalten, ihre Konten sperren und die Empfängerbank kontaktieren. Häufig sei aber strittig, ob es sich um grobe Fahrlässigkeit handele. Deshalb sei es wichtig, dass man sich vorausschauend vorsichtig verhalte, so Nowak und Zabelberg. „Nichts machen, wo man nicht selber aktiv geworden ist“, sagt Edda Nowak, Kontaktaufnahmen über soziale Medien oder Telefon grundsätzlich misstrauisch betrachten. Und grundsätzlich keine sensiblen Daten an Dritte herausgeben, die man nicht kenne. Außerdem sei es grundsätzlich zu empfehlen, sichere Browser zu nutzen, eine sichere Suchmaschine und bei der obligatorischen Frage nach der Erlaubnis für die Verwendung von Cookies auf „nicht erlauben“ zu gehen.

Welche Personengruppe am meisten betroffen sei, könne man so einfach nicht sagen, so Nowak und Zabelberg. Bei der Verbraucherberatung meldeten sich überwiegend ältere Menschen, weil denen die Beratungsstelle bekannter sei. „Vor allem Menschen, die nicht gut mit digitalen Möglichkeiten und Gefahren vertraut sind, sind gefährdet“, sagt Edda Nowak.

Die Verbraucherberatung bietet eine Landingpage zu den speziellen Situationen mit Notfallcheck und Hintergrund-Infos unter www.verbraucherzentrale.nrw/finanzbetrug

Außerdem könne man über den Fakeshopfinder /www.verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder-71560 herausfinden, ob Online-Shops seriös sind.