Ob Handy, Laptop, Föhn, Lampe oder Kaffeemaschine – für viele unserer Elektrogeräte heißt es schon nach kurzer Zeit Endstation Müll, dabei kann vieles wiederbelebt, upgecycelt oder die Einzelteile recycelt werden. GEM und mags haben jetzt Mönchengladbacher Schulen dazu aufgerufen, sich im Rahmen der Aktion „Mission E-Waste“ ab der vierten Klasse mit dem Thema Elektroschrott auseinanderzusetzen. 13 Schulen machen mit und sind somit Teilnehmer einer großen Elektroschrott-Sammelaktion, für die 1 000, 700 und 300 Euro als Preisgelder für die drei erfolgreichsten Sammler vergeben werden.
„Es geht nicht nur um kaputte Geräte, sondern auch um veraltete, die keiner mehr will“, so Umweltpädagogin Aylin Aras, die am Mittwoch im Auftrag von mags und GEM eine Aufklärungstour durch die Schulen im Berufskolleg Volksgartenstraße startete. Kein Elektrogerät gehöre in die gelbe, braune, blaue oder schwarze Tonne. „Man kann E-Schrott mit einer Kantenlänge bis 50 Zentimeter im Wertstoffhof, großen Supermärkten, Elektrofachhandel oder Drogeriemarkt abgeben“, so Aras. Mitunter sei es aber schwierig, weil oft nicht einmal die Verkäufer davon wüssten.
Bis zum 27. März können die Schülerinnen und Schüler der 13 beteiligten Schulen nun Elektrogeräte sammeln (Kantenlänge bis 50 cm, ohne Batterien und entnehmbare Akkus). Für den Schrott gibt es Coins. Wer am Ende die meisten Coins hat, kann die Preisgelder mit nach Hause nehmen.
Vorab gab es als Auftakt eine Einführung. Aylin Aras erklärte den Jugendlichen des Berufskollegs die Kreislaufwirtschaft mit der Elektroschrott sortiert, in seine Einzelteile zerlegt wird und zu neuem Einsatz kommt. Recycling sei aber nicht die Lösung. Vielmehr sei es auch wichtig, die „5 R“, Reduce (Reduzierung von Konsum auf das, was nötig ist), Reuse (Wiederbenutzung von gebraucht Gekauftem), Repair (Reparatur statt Neukauf), Recycling und Refuse (Ablehnung von Überflüssigem, wie Minitaschenlampen als give-away).
Welche Auswirkungen der Abbau von Rohstoffen weltweit auf Umwelt und Menschen hat, machte Michael Funcke-Bartz, ehemaliger Mitarbeiter der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, deutlich. Er zeigte Bilder von der Lithiumgewinnung in Bolivien, den Bauxitrückständen bei der Alugewinnung und der Goldgewinnung in Ghana. Funcke hatte unter anderem im NRW-Partnerland Ghana daran gearbeitet, die Lebensbedingungen auf der damals weltweit größten Müllkippe, Agbogbloshie, zu verbessern, auf der bis zu 6 000 Menschen daran arbeiteten Elektrogroß- und -kleingeräte in ihre Einzelteile zu zerlegen und diese wieder zu verwerten.
Zum Thema Ressourcen läuft vom 27. April bis 21. Juli die Ausstellung „Keine Erde in Reserve - unser Umgang mit knapper werdenden Ressourcen“ von Michael Funcke-Bartz in der VHS, Sonnenhausplatz. Auch in der VHS wird am 9. Mai von 9.30 bis 16 Uhr gezeigt, wie man nach dem Ende von Windows 10 alte Laptops mit Linux Mint weiter benutzen kann.