Polizei Mönchengladbach stellt Verkehrsunfallbilanz 2025 vor Null Toleranz gilt auch im Verkehr

Mönchengladbach · Am Mittwoch hat die Polizei Mönchengladbach die Verkehrsunfallbilanz für das vergangene Jahr präsentiert. Wie sich zeigt, liegt Gladbach „im Trend“: wie in NRW gab es 2025 mehr Verkehrsunfälle und mehr Verletzte, aber immerhin weniger Verkehrstote. Besorgniserregende Entwicklungen: mehr E-Scooter-, Rad- und Pedelec-Unfälle, mehr Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss.

E-Scooter-Unfälle haben zugenommen. Noch häufiger als bei den Rad- und Pedelec-Unfällen tragen die Zweiradfahrer hier selbst die Hauptverantwortung. Das und mehr zeigt die Verkehrsunfallbilanz 2025 für Mönchengladbach, die Polizeihauptkommissarin Melanie Brandtner, stellvertretende Leiterin der Direktion Verkehr, und Kriminaldirektor Guido Henn, stellvertretender Behördenleiter vorgestellt haben. Foto: Adobe Stock

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Dass es 2025 im Vergleich zu 2024 etwas mehr Unfälle insgesamt in Mönchengladbach gab (von 9 612 in 2024 auf 9 736 in 2025 = +1,3%), mache der Polizei in Anbetracht einer gestiegenen Zahl an zugelassenen Fahrzeugen und eines immer dichter und komplexer werdenden Straßenverkehrs (Autos, Fahrräder, Pedelecs, Lastenräder, E‑Scooter, Motorräder, Fußgänger teilen sich oft engen Raum) noch keine großen Sorgen, so Polizeihauptkommissarin Melanie Brandtner, stellvertretende Leiterin der Direktion Verkehr.

Besorgniserregender sei da die deutlich gestiegene Zahl der verunglückten Menschen (von 1 038 in 2024 auf 1 210 in 2025 = +16,6%) – ein hoher Anteil davon ungeschützte Verkehrsteilnehmer „ohne Knautschzone“: 134 Fußgänger (51 davon Unfallverursacher) und 454 Rad-/Pedelecfahrer (davon 210 hauptverantwortlich für den Unfall, und 92 allein verunfallt). Mit inzwischen rund 1 400 im Stadtgebiet verfügbaren Miet-E-Scootern (plus privaten E-Scootern) wächst eine weitere Risikogruppe. 156 verunglückte E-Scooter-Fahrer gab es 2025, 2024 waren es noch 74. „E-Scooter kann jeder fahren, es gibt keine Prüfung, viele fahren ohne Helm, oft zu zweit auf einem E-Scooter, auch Kinder unter 14“, beschreibt Brandtner die besondere Gefahr, und Kriminaldirektor Guido Henn, stellvertretender Behördenleiter, der von Eltern berichtet, die ihren Kindern zum Teil im Grundschulalter E-Scooter schenken, warnt: „E-Scooter sind kein Spielzeug!“ und appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Eltern.

Bei den tödlich Verunglückten ist die Zahl von elf in 2024 auf fünf in 2025 zurückgegangen, die Zahl der Schwerverletzten aber ist von 103 auf 137 gestiegen.

„Das wollen wir verbessern!“, sagt Brandtner und stellt die Hauptunfallursachen vor: an der Spitze mit 37%: Fehler beim Abbiegen oder Wenden. Es folgen Vorfahrt-/Vorrangverstöße (26%), unzureichender Sicherheitsabstand (19%), falsches Verhalten gegenüber Fußgängern (7%), erhöhte Geschwindigkeit (5%) sowie Fehler beim Überholen und falsches Verhalten von Fußgängern (je 3%).

167 der 2025 in Mönchengladbach passierten Unfälle geschahen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, bzw. nach „Mischkonsum“, zeigen die Zahlen außerdem. Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der Verkehrsunfallfluchten – 2 519 waren es in 2025, darunter 101, bei denen ein Mensch verletzt wurde. Die Aufklärungsquote liegt aufgrund der oft spärlichen Ermittlungsansätze, bei Einpark-Blechschäden etwa, bei 58,4%. Brandtner und Henn betonen an der Stelle noch einmal: „Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat!“ Dasselbe gilt auch für illegale Autorennen, mit denen die Szene der Autotuner und -poser seit geraumer Zeit auffällt. Konkrete Zahlen gibt die Statistik noch nicht her, aber die Polizei sei auch hier „dran“.

Nach der Devise „Null Toleranz gilt auch im Verkehr!“ kündigt sie verstärkt „Repressionen“ an, Schwerpunkteinsätze, Kontrollen und niederschwellige Strafen, damit keiner denke „Es passiert ja sowieso nichts!“ Auch präventive Maßnahmen sollen in Kooperation mit Verkehrswacht und ADFC verstärkt werden. Zu Verkehrserziehung in Kindergärten und Schulen, Präventionsveranstaltungen für Senioren etc. soll es an vier Terminen im April und August ein E-Scooter-Training geben.

„Wie bei der Kriminalität lässt sich auch beim Verkehr unser Sicherheitsgefühl verbessern“, so Henn. „Dazu kann jeder Einzelne beitragen, indem er an seine Eigenverantwortlichkeit denkt!“