Arno van Rijn freut sich als langjähriger Projektleiter des Literarischen Sommers in Mönchengladbach immer wieder, dass die Veranstaltung so gut bei Mönchengladbachs Leserinnen und Lesern ankommt. Rund 450 Besucher sind 2025 in fünf Veranstaltungen in der Vitusstadt gewesen. Für ihn ist es 2026 das letzte Mal als Projektleiter. In Zukunft wird er selber zu den Besuchern gehören.
Auch in diesem Jahr finden 50 Lesungen in 15 deutschen und vier niederländischen Teilnehmerstädten statt. Bekannte und junge Autorinnen und Autoren aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland laden zu turbulenten literarischen Entdeckungsreisen ein. Von Aachen bis Den Haag, von Leverkusen bis Amsterdam und von Köln bis Roermond finden vom 2. Juli bis 16. September literarische Spaziergänge und Bootsfahrten, Führungen und Lesungen drinnen und draußen statt.
Erstmals gibt es auch Lesungen in den Nachbargemeinden Schwalmtal und Niederkrüchten. „Könnte man mit einer Radtour verbinden“, findet der gebürtige Niederländer van Rijn. Mönchengladbach ist wieder mit fünf Veranstaltungen dabei. Den Auftakt macht am 14. Juli der niederländische Autor und Krimipreisträger Mathijs Deen mit seinem Buch „Die Lotsin“ in der Zentralbibliothek. Im vierten Band des Wattenthrillers geht es um eine vermisste Wissenschaftlerin, die tot aufgefunden wir. Das deutsch-niederländische Ermittlerduo hat Zweifel, dass es sich um Suizid handelt.
Als erste, die in der neuen Stadtteilbibliothek Rheydt liest, ist Marianne Ludes am 24. Juli mit ihrem Erstlingswerk „Trio mit Tiger“ zu Gast. Es geht um Kunst in schwierigen Zeiten und das Thema Vertrauen. „Ich bin gespannt auf die anschließenden Gespräche“, so van Rijn im Hinblick auf die ungewöhnliche Biografie der Autorin, die zunächst ein Architekturbüro mit aufgebaut hatte und dann eine Stiftung für Kultur gründete.
Den Bestseller „Sanditz“ bringt Lukas Rietzschel am 13. August ebenfalls nach Rheydt mit. Rietzschel gilt als eine der bekanntesten Stimmen des Ostens. Sein Roman reicht in unterschiedlichen Zeitepisoden von den 70er Jahren bis zur Corona-Pandemie.
Eher durch ihre mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis (2022) und dem Else-Lasker-Schüler-Preis (2025) ausgezeichnete Lyrik ist Nora Gomringer bekannt, die am 19. August in der Zentralbibliothek aus „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“ liest, einem Nachruf auf ihre Mutter. Schillernd, schrecklich und lustig wird der Roman in der Kritik beschrieben. Die Veranstaltung wird mit Unterstützung des Fördervereins Lust am Lesen zum Literarischen Sommer beigesteuert.
Last but not least liest Geertjan de Vugt aus „Der Wunsch zu verschwinden. Über Fingerabdrücke“ am 25. August in der Zentralbibliothek. „Es gehört zum Konzept, auch erzählende Sachbücher zu präsentieren“, sagt Arno van Rijn. In diesem geht es um Historie und Wissenschaft rund um den Fingerabdruck.
Alle Gladbacher Lesungen beginnen um 19.30 Uhr. Sämtliche Veranstaltungen, sowie Tickets gibt es über www.literarischer-sommer.eu, in der Zentralbibliothek und an der Abendkasse.