Nach Bepflanzung im Herbst soll es eine Eröffnungsfeier geben Umbau Mühlentorplatz fast fertig

Rheindahlen · Der Umbau am Mühlentorplatz in Rheindahlen befindet sich auf der Zielgeraden. In den nächsten Wochen sollen die Bauarbeiten fertig werden. Eine Bepflanzung folgt im Herbst. Anschließend soll es eine Eröffnungsfeier geben.

Noch sieht es nach Baustelle aus auf dem Mühlentorplatz in Rheindahlen - aber der Umbau ist fast geschafft.

Foto: Stadt MG

Der Umbau am Mühlentorplatz neigt sich dem Ende zu. Beim Rundgang an einem heißen Montagnachmittag Mitte Juli hebt ein Bagger gerade die Metallelemente für zwei große Blumenbeete an Ort und Stelle. Die großen Pflanzbereiche sorgen nicht nur für Schatten und ansprechendes Grün, sie dienen zugleich als Trenner zwischen dem Parkplatz und dem Bereich an der Kirche.

Dank zahlreicher Stauden und 27 Spalierbäumen prägen die parkenden Autos künftig nicht mehr die Szenerie. Gleichzeitig wird es hier weiterhin kostenlose Stellplätze geben, 44 Stück, davon zwei mit E-Lademöglichkeit. 27 Fahrradbügel ergänzen das Angebot.

Eine besondere Bedeutung für das öffentliche Leben hat der Platz vor der Kirche. Hier ist das Eingangstor zur Beecker Straße. Es gibt ein lauschiges Plätzchen im Schatten unter den Platanen. Hier wird der Wochenmarkt stattfinden. Und hier wird das „Stadtsofa“ entstehen – ein langgestreckter Sitzbereich, der zum Verweilen einlädt. Zahlreiche Sitzgelegenheiten – darunter Rundbänke um Baumstämme – gehören zum Konzept für den Mühlentorplatz, ebenso wie eine XXL-Leuchte an den Platanen und Bodenstrahler.

„Über sogenannte Unterflurverteiler haben wir die Leitungen vorbereitet, die die Marktbeschicker brauchen“, erklärt Jürgen Adams, Projektleiter bei der Stadtverwaltung, der mit Bereichsleiter Reinhard Waschk und Pia Scheloske aus dem Arbeitsbereich Stadterneuerung über die Baustelle führt.

„Barrierefreiheit und Gestaltung mussten hier Hand in Hand gehen. Wir wollten das vorhandene Kopfsteinpflaster so weit wie möglich erhalten und gleichzeitig dafür sorgen, dass der Platz für alle gut nutzbar ist“, sagt Scheloske. Alle Stellen auf dem neugestalteten Platz sind über mindestens einen Weg barrierefrei erreichbar. Selbst das Kleinsteinpflaster auf dem Marktplatz ist zumindest barrierearm und kann mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen befahren werden.

Besonders anspruchsvoll ist die Maßnahme auch, weil der öffentliche Parkplatz auf dem Mühlentorplatz oberhalb der Sparkassen-Tiefgarage liegt. Die Decke der Garage wurde im Auftrag und auf Kosten der Sparkasse bei den Bauarbeiten neu abgedichtet. Im Inneren der Tiefgarage sorgt ein Dschungel aus Baustützen für Stabilität, damit die schweren Baufahrzeuge darauf fahren können. Die derzeit noch schwarze Asphaltfläche des Parkplatzes wird nach Auftrag der Deckschicht größtenteils hell sein, damit sie sich nicht zu stark aufheizt.

Zu einer Maßnahme der besonderen Art wird die Platzumgestaltung auch durch die Geschichte des Standorts. Nicht umsonst hatte die Verwaltung von Anfang an eine archäologische Baubegleitung eingeschaltet. Gleich mehrfach wurden im Verlauf des Projektes archäologische Funde gemacht, etwa ein Luftschutzbunker an der nördlichen Seite des Parkplatzes, Knochen vor der St. Helena Kirche oder, erst Anfang Juli, ein Stück Mauerrest des alten Rathauses im Bereich vor der Apotheke.

Auf dem Endspurt der Baustelle soll nun zunächst der Bereich vor der Kirche und mit ihm der Durchgang zur Beecker Straße fertiggestellt werden. Anschließend kann der Platz vor der Apotheke angegangen werden, der ebenfalls ein großes Pflanzbeet und Sitzgelegenheiten erhält. Als vorerst letzte Teilstücke werden die Straße Am Mühlentor im Bereich vor der Volksbank neu gemacht und der Oberflächenbelag des Parkplatzes hergestellt. Der Zugang zu allen umliegenden Geschäften soll dabei möglich bleiben. Den letzten Akt bilden im Herbst die Begrünungsarbeiten.

Die Umgestaltung des Mühlentorplatzes ist die größte Maßnahme aus dem Förderprogramm des Stadtumbaugebietes Rheindahlen. Baubeginn war im April 2025. Die Kosten von geschätzt 3,2 Millionen Euro werden zu 80 Prozent durch Landes- und Bundesmittel des Städtebauförderprogramms „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ bezuschusst.

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