Seit 2022 läuft am Schulzentrum Rheindahlen eine millionenschwere Sanierungsmaßnahme. Nun ist das Projekt weitestgehend abgeschlossen. Doch die Bauarbeiten Schulstandort sind es noch nicht, denn es gibt weiteren Investitionsbedarf. Ziel der Stadt ist es, durch Unwetterfolgen gesperrte Räume kurzfristig wieder nutzbar zu machen und den Sanierungsstau der letzten Jahrzehnte aufzuarbeiten. Für die Schulgemeinschaften des Gymnasiums und der Anna-Schiller-Schule, die derzeit durch die Einschränkungen belastet sind, soll sich die Situation mit der Zeit merklich verbessern.
Brandschutzsanierung und mehr
Rund 8 Millionen Euro hat die Stadt Mönchengladbach über ihr Gebäudemanagement seit 2022 in eine Sanierung am Standort investiert. Neben zeitgemäßen und attraktiven Schulräumen sind mit den Arbeiten vor allem der Brandschutz in den Gebäuden verbessert, energetische Einsparungen erzielt und schadstoffhaltige Bausubstanzen ausgetauscht worden. Die Maßnahmen wurden überwiegend aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz Nordrhein-Westfalen (KInvFöG NRW) finanziert. Die Sanierung erstreckte sich auf alle Gebäudeteile des Schulzentrums, insbesondere das Gymnasium und das Verwaltungsgebäude. Bei dem Projekt steht nur noch die Beseitigung letzter Mängel aus.
Beseitigung von Starkregenschäden
Die mit Abstand drängendste Baustelle ist eine Folge von Tief Walter aus September 2025. Dabei kam es am Schulzentrum Rheindahlen zu Wasserschäden im naturwissenschaftlichen Trakt und der Sporthalle. Die eingesetzten Bautrockner konnten eine Schimmelbildung nicht verhindern. Ein Sachverständiger wurde hinzugezogen, Schäden behoben und eine Feinreinigung durchgeführt. Bislang können die naturwissenschaftlichen Fachräume und der Keller der Sporthalle aber weiterhin nicht genutzt werden. Zum Schutz von Lehrer- und Schülerschaft können die Räume erst freigegeben werden, wenn strenge Schwellenwerte für Schimmelsporen in der Raumluft nicht mehr überschritten werden.
Für den naturwissenschaftlichen Unterricht am Schulzentrum ist das eine Belastung. Unterrichtseinheiten müssen in normale Klassenräume verlegt werden, Experimente bislang an anderen Schulen durchgeführt werden. Damit nach den Sommerferien der Fachunterricht wieder ohne Ausfälle und größere Einschränkungen vor Ort im naturwissenschaftlichen Trakt durchgeführt werden kann, wird in dem Gebäudeteil nun teilentkernt, gereinigt und der Oberboden abgedichtet. So soll verhindert werden, dass Schimmelsporen aus dem Estrich in die Raumluft gelangen. Mittelfristig ist eine Sanierung des Gebäudes von Grund auf erforderlich. Diese soll aber erst erfolgen, wenn vor Ort Übergangslösungen für den Fachunterricht und die dazugehörigen Experimente geschaffen wurden.
Auch im Untergeschoss der Sporthalle ist eine vollständige Entkernung erforderlich, um den durch die Feuchtigkeit entstandenen Schimmel restlos zu beseitigen. Voraussichtlich im kommenden Jahr sollen die Arbeiten beginnen. Dank Alternativen kann der Vereinssport trotz der Sperrung stattfinden. Ebenfalls betroffen ist der Schulsport der benachbarten Will-Sommer-Grundschule, auch hierzu wird mit Hochdruck an einer Alternative gearbeitet.
Entwässerung und Außenanlagen
Damit die Starkregenschäden nachhaltig beseitigt werden können, sind umfangreiche Maßnahmen im Bereich der Außenanlagen erforderlich. Denn das Schulzentrum liegt topografisch in einer Senke, sodass bei zukünftigen Starkregenereignissen ein erhöhtes Risiko für erneute Wasserschäden besteht. Kurzfristig soll in den Jahren 2026 und 2027 das Gelände stellenweise neu modelliert werden, damit das Regenwasser anders fließt. Entsiegelte Flächen, Rigolen, Drainagen und Rückhalteflächen sollen ermöglichen, dass mehr Wasser vor Ort zwischengespeichert und versickert.
Dachsanierung und Photovoltaik
Um die Gebäudesubstanz nachhaltig zu sichern und vorhandene Undichtigkeiten zu beseitigen, werden schrittweise Dachflächen ertüchtigt und teilweise erneuert. Nach aktueller Planung sollen die Arbeiten am Verwaltungsgebäude im Jahr 2026 erfolgen. Die Sanierung weiterer Dächer, etwa an der Aula und an den Brücken der Bibliothek, soll 2027 umgesetzt werden. Zudem ist geplant, im Zuge eines Förderprogramms künftig eine Photovoltaikanlage zu errichten und damit einen weiteren Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung zu leisten.
Sanierung Bibliothek aus Eigenmitteln
Da die Bibliothek nicht Teil des oben genannten Förderprogramms war, saniert die Stadt diese derzeit aus Eigenmitteln. Bei den Arbeiten werden unter anderem technische Anlagen und die EDV erneuert, die Beleuchtung auf LED umgestellt und der Brandschutz verbessert, etwa durch eine neue Sprinkleranlage. Auch ein neuer Oberboden und ein Empfangsbereich samt Rückgabeautomat gehören zum Maßnahmenpaket. Nach derzeitiger Planung sollen wesentliche Teile der Arbeiten nach den Sommerferien abgeschlossen werden.
Sanierung der WC-Anlagen ab September
In den Sommerferien entfernen die Fachunternehmer bereits schadstoffbelastete Materialien und ältere Bauteile. Ab September starten dann die eigentlichen Sanierungsarbeiten an den WC-Außenanlagen. Dabei werden unter anderem Estrich, Fliesen, Rohre, Einrichtungsgegenstände, WC-Trennwände, Decken und Beleuchtung erneuert. Die deutlich aufgewerteten WC-Anlagen sollen nach derzeitiger Planung Ende des Jahres wieder nutzbar sein.