Stadt installiert neue Photovoltaik-Anlage am Förderzentrum-Nord Nächster Schritt zu mehr Selbstversorgung

Mönchengladbach · Am Förderzentrum-Nord hat die Stadt eine Photovoltaik-Anlage installiert. Weitere 13 Anlagen sind dank dem Gigawattpakt des Landes noch für 2026 geplant.

Nahmen die neue Photovoltaik-Anlage in Augenschein (v.l.): Tim Jürgenpaschedag (gmmg), Christian Meiners (CirclEnergy), Oliver Özsen (gmmg) und Oberbürgermeister Felix Heinrichs.

Foto: Stadt MG

Es ist ein geradezu unscheinbares Gerüst, das in der ersten Ferienhälfte am Förderzentrum Mönchengladbach-Nord aufgebaut ist. Doch wer das Flachdach des Klassentraktes über die kleine Gerüst-Außentreppe an der Kopfseite erklimmt, sieht, dass obendrauf durchaus Großes entstanden ist. Auf 168 m² Dachfläche hat die Stadt 84 Photovoltaik-Module installieren lassen. Die Solaranlage an dem Schulgebäude im Heidegrund ist die zweite von insgesamt 15, die die Stadt Mönchengladbach mithilfe von Fördermitteln aus dem Gigawattpakt des Landes an ihren Gebäuden installiert.

Oberbürgermeister Felix Heinrichs: „Jede Kilowattstunde selbstproduzierter Solarstrom macht uns als Stadt nachhaltiger und unabhängiger von den Preisentwicklungen auf dem Energiemarkt. Ich bin deshalb sehr froh um die Landeshilfe, die uns in unseren Anstrengungen für eine bessere Energiebilanz an städtischen Gebäuden unterstützt. Wir machen damit einen tollen Schritt in Richtung mehr Selbstversorgung. Allein diese 15 Anlagen werden es uns ermöglichen, rund fünf Prozent unseres Strombedarfs an städtischen Gebäuden umweltfreundlich selbst zu decken.“

Auf dem Förderzentrum im Heidegrund sind die einzelnen Module mit einer flachen Neigung dachförmig gegeneinander aufgeständert, sodass sie je zur Hälfte nach Westen und nach Osten geneigt sind. Dadurch passen mehr Module auf dieselbe Fläche als bei einer Südausrichtung. Und die Stromproduktion verteilt sich besser über den ganzen Tag. Die Paneele stammen aus deutscher Herstellung, haben auf der Vorderseite wie auf der Rückseite eine Glaseinfassung und sind bifazial. Das bedeutet: Auch auf der Rückseite befinden sich Solarzellen, die das reflektierende Licht für die Stromproduktion nutzen. Jedes einzelne Modul kann so bis zu 465 Watt Energie pro Stunde produzieren. Die Anlage als Ganzes kommt auf eine Leistung von knapp 40 Kilowatt-Peak. Aufs Jahr gerechnet können rund 36 000 Kilowattstunden Sonnenstrom produziert werden. In Kombination mit einer großen 44-kw-Batterie, die im Keller aus acht Speicherbausteinen zusammengesetzt ist, kommt das Förderzentrum künftig auf eine Selbstversorgungsquote von etwa 60 Prozent. Damit spart die öffentliche Hand rund 10 000 Euro Stromkosten pro Jahr.

Die neue Solaranlage auf dem Dach des Förderzentrums ist die zweite der insgesamt 15 Anlagen. Den Auftakt machte Anfang des Jahres eine PV-Anlage an der GGS Mülfort-Dohr. In der zweiten Jahreshälfte nimmt die Ausbauoffensive so richtig Fahrt auf. „Alle dreizehn verbleibenden Anlagen sollen noch 2026 montiert werden, acht befinden sich bereits in der Ausschreibung oder sind beauftragt“, erklärt Oliver Özsen, der die Ausbauoffensive beim städtischen Gebäudemanagement koordiniert.

Das Förderzentrum im Heidegrund bewegt sich mit seiner Stromproduktion im oberen Mittelfeld der 15 PV-Anlagen. „Wir werden mehrere Anlagen mit je 99 kwP installieren“, sagt Özsen. Weitere Anlagenstandorte sind: Kindergärten Liszstraße und Mühlenkinder, Feuerwehrstandorte Pfingsgraben und Stockholtweg, Schulzentren Asternweg und Rheindahlen, Realschule an der Niers und Realschule Wickrath, Grundschule Steinstraße, Hauptschule Kirschecke, Gymnasium Odenkirchen, Math.-Nat. und Hermann van Veen-Schule. Die Gesamtleistung der geförderten Anlagen liegt bei etwa 1,0 Megawatt-Peak, wobei bis zu 750 000 kWh/Jahr direkt in den Gebäuden verbraucht werden soll. Zur Finanzierung stehen knapp 3 Millionen Euro aus Mitteln des Gigawattpaktes aus dem Rheinischen Revier zur Verfügung. Die Förderquote beträgt 97,5 Prozent.