1901 war es, vor 125 Jahren, als Mönchengladbach eine Berufsfeuerwehr bekam. Am 27. Juni soll das auf dem Europaplatz gefeiert werden.
Die ersten Schritte in Richtung Professionalisierung der Feuerwehr waren bereits einige Jahre zuvor gemacht worden. 1895 wurde erstmals ein hauptamtlicher Gerätewart eingestellt, dessen Arbeitsplatz sich am Steigerturm an der Fliethstraße befand. Mit der offiziellen Gründung der Berufsfeuerwehr entstand schließlich eine feste Struktur für den Brandschutz: Dienstvorschriften wurden entwickelt, Wachabläufe organisiert und die Alarmierung modernisiert – etwa durch ein Telegrafenzimmer im Jahr 1906. „Damals wurden die Spritzenwagen mit einer großen Pumpe drauf noch von Pferden gezogen“, sagt Branddirektor Dietmar Grabing, stellvertretender Leiter der Berufsfeuerwehr.
Was einst mit einer Wache und wenigen Einsatzkräften begann, ist heute eine moderne Feuerwehr für eine Großstadt mit rund 277 000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Täglich werden rund 100 Einsatzfunktionen besetzt und durchschnittlich fast 180 Einsätze bewältigt – gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr und den Hilfsorganisationen.
Ursprünglich sei es vor allem um die Verhinderung von Stadtbränden gegangen, so Grabinger. Heute sind die Aufgaben vielfältiger: Neben dem Brandschutz ist die Berufsfeuerwehr für Technische Hilfeleistung, Tierrettung und Umweltschutz zuständig. Und vor allem ist sie auch Trägerin des Rettungsdienstes. Rund 400 Männer und Frauen sind in Mönchengladbach bei der Berufsfeuerwehr beschäftigt.
Die großen Unwetterlagen, die die gesamte Feuerwehr fordern, seien, so Dietmar Grabinger, heute die größten Herausforderungen: Letztes Jahr zum Beispiel am 9. September, als im ganzen Stadtgebiet Keller vollgelaufen sind. „Bei Überschwemmungen entstehen durch Kurzschlüsse oft auch noch Brände.“
Am 27. Juni wird es auf dem Europaplatz (9 bis 17 Uhr) vor dem Hauptbahnhof den kostenlosen Tag der Feuerwehr geben, mit Technik zum Anfassen und spektakulären Vorführungen. Ein besonderer Blickfang wird die große Fahrzeugausstellung mit historischen Schätzen und modernsten Lösch- und Rettungsfahrzeugen der Gegenwart sein. In die modernen Fahrzeuge darf man dann auch mal einsteigen. Es gibt eine Modenschau für Feuerwehr-Berufskleidung, eine Vorführung der Höhenretter am Haus Westland, eine Live-Vorführung einer spektakulären Fettexplosion samt Info über Gefahren im Haushalt und einen Reanimationswettbewerb am Reanimationsmobil. Vor Ort können Speisen und Getränke gekauft werden.