Alkohol gehört für viele Menschen zum Alltag. Ein Glas Wein am Abend, ein Bier mit Kolleginnen und Kollegen... Doch was gesellschaftlich akzeptiert ist, birgt oft unterschätzte Risiken. Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche Alkohol vom 13. bis 21. Juni 2026 setzt die Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werks Mönchengladbach ein deutliches Zeichen für mehr Aufklärung und einen bewussteren Umgang mit Alkohol. Sie folgt damit dem Motto der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V., die mit ihrer Präventionskampagne die erwachsene Bevölkerung dazu einlädt, sich mit dem eigenen Alkoholkonsum kritisch auseinanderzusetzen. Motto und zentrale Botschaft der Aktionswoche Alkohol lautet daher kurz und knapp „Alkohol? Weniger ist besser!“
Alkohol nimmt unter den Suchtmitteln eine besondere Rolle ein: Der Konsum von Alkohol ist gesellschaftlich fest verankert – und genau das macht es so tückisch. Als legale Droge wird Alkohol häufig verharmlost, obwohl er als Zellgift erhebliche gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Schäden verursacht. Kaum eine andere Substanz richtet in der Breite vergleichbare Folgen an.
„Viele Menschen würden sich selbst nie als abhängig bezeichnen“, erklärt Nicole Sieger vom Team der Suchtberatung. „Gleichzeitig liegt ihr Konsum möglicherweise bereits in einem Bereich, der langfristig gesundheitsschädlich ist.“
Die Übergänge sind fließend – und genau deshalb ist frühe Sensibilisierung so wichtig. Ziel der Aktionswoche ist es, Menschen dazu anzuregen, das eigene Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen. Denn je früher Trinkgewohnheiten – gegebenenfalls mit Unterstützung durch eine Beratungsstelle – in den Blick genommen werden, desto besser lassen sich problematische Entwicklungen verhindern.
Im Rahmen der Aktionswoche vom 13. bis 21. Juni ist die Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werkes in verschiedenen Einrichtungen im Stadtgebiet unterwegs. Die Fachkräfte besuchen unter anderem ihre Kolleginnen und Kollegen aus den Sozialen Diensten der hiesigen Krankenhäuser und der Justiz (Bewährungshilfe), aus Beratungsstellen wie der der Familienhilfe, aus der Jugendhilfe und dem Betreuten Wohnen, um über die Risiken von Alkoholkonsum zu informieren, ihre Beratungsarbeit vorzustellen und Informationsmaterialien zur Weitergabe bereitzustellen.
Ein zentrales Anliegen der Aktionswoche ist es, Berührungsängste abzubauen. Die Angebote der Suchtberatung sind vertraulich und kostenfrei. „Oft reicht schon ein erster Austausch, um Klarheit zu gewinnen“, so Leon Ahrens vom Team der Suchtberatungsstelle der Diakonie. Auch Angehörige oder jede andere nahestehende Person können sich beraten lassen.“