Hugo-Junkers-Gymnasium führte Musical auf Standing Ovations für „Dracula“

Rheydt · Mit minutenlangen Standing Ovations belohnte das Publikum die fast 70 Mitwirkenden des Literaturkurses, der Big Band und des Lehrer-Eltern-Schüler-Chores „HuJubilees“ für drei ausverkaufte und mitreißende Aufführungen des Musicals „Dracula“ des Hugo-Junkers-Gymnasiums.

Ivan Rudenko als bedrohlicher und zugleich charmanter Darsteller in der „Dracula“-Aufführung des Hugo-Junkers-Gymnasiums.

Foto: Hugo-Junkers-Gymnasium

Das Ensemble des Hugo-Junkers-Gymnasiums begeisterte sein Publikum mit einer herrlichen Mischung aus Horror, Humor, Romantik und Musik in der Aula des Gymnasiums an der Gartenstraße, wohin die Vorstellungen aufgrund von Bauarbeiten am „Hugo“ kurzfristig verlegt werden mussten.

Unter der Leitung von Regisseur Stephan Merschieve, Orchesterleiterin Susanne Leitmann und Chorleiter Alexander Nagel präsentierte die Gruppe die für das Schultheater adaptierte Version des Bram-Stoker-Klassikers von Autor Claus Martin, die im Cantus-Verlag erschienen ist. Unterstützt von der Technik-Crew um Maurice Scharnik entstand eine aufwendig inszenierte Produktion, die erneut die hohe Qualität des seit 14 Jahren etablierten Musiktheaterprojekts am Hugo-Junkers-Gymnasium unter Beweis stellte.

Die Handlung führt in die von Sittlichkeitsfanatikern beherrschte Kleinstadt Huntington. Dort sorgten Melinda Glaubitz als romantische Mrs. Hawkins, Timo Kulig und Jonas Noeske als ihre stoischen Diener Timmy und Backe sowie Fabio di Battista als hektischer Irrenarzt Dr. Sewart für zahlreiche komische Momente. Henry Rade beeindruckte als exzentrischer Renfield, während Eleanor Kucharczyk als Lucy ihre Verwandlung zur Vampirin überzeugend darstellte. Gemeinsam mit Lisa Schönhof, Benedikt Hergett, Madina Assad und Ambuja Friedrich bildete sie eine geheimnisvolle Vampirgemeinschaft. Weitere starke Akzente setzten Magnus Glaubitz als Mr. Nickleby, Lina Marx als Oberschwester, Sahar Chafoori als verzweifelte Notärztin und Selin Safak als resolute Mrs. Ascot.

Im Mittelpunkt des Abends stand jedoch Ivan Rudenko als Graf Dracula. Mit eindrucksvoller Bühnenpräsenz, tiefer Stimme und charismatischem Spiel zog er das Publikum in seinen Bann. An seiner Seite überzeugten Hannah Krämer als Mina, Leon Oertel als Jonathan und Simon Figliuzzi als Vampirjäger Dr. van Helsing.

Für die musikalische Qualität sorgten neben den Solisten ein 17-köpfiges Bläserensemble, E-Bassist Alexander Nagel, Schlagzeuger Sebastian Buder sowie Pianistin Susanne Leitmann. Auch der Chor „HuJubilees“ überzeugte mit kraftvollem Gesang. Die aufwendigen Kostüme und die professionelle technische Umsetzung verliehen der Aufführung einen nahezu professionellen Charakter.

Im Anschluss an den begeisterten Schlussapplaus fand Regisseur Stephan Merschieve auch nachdenkliche Worte. Mit Blick auf die Gegenwart appellierte er an das Publikum: „Lassen wir uns nicht von den Vampiren der heutigen Zeit aussaugen, lassen wir die Macht der Herzen über sie siegen.“ Das waren bewegende Worte am Ende eines Theaterabends, der Publikum und Mitwirkende gleichermaßen begeisterte - und lange in Erinnerung bleiben wird.