Rheydter Pflegeeinrichtung feiert 40-jähriges Bestehen „Lebensort“ Caritaszentrum

Rheydt · Vor 40 Jahren wurde das Caritaszentrum Rheydt in Pongs eröffnet. Heute leben hier 116 pflegebedürftige Menschen. Den runden Geburtstag feierte der Caritasverband mit vielen Gästen – und mit Uschi Zitronella, Reinigungskraft seit der ersten Stunde.

Den 40. Geburtstag des Caritaszentrums Rheydt feierte der Caritasverband mit vielen Gästen. Von links: Oberbürgermeister Felix Heinrichs, Caritas-Vorsitzender Dr. Christof Wellens, Geschäftsführer Frank Polixa, Bereichsleiterin Manuela Jansen, Einrichtungsleiterin Eveline Hensen, Sozialdezernent Sebastian Dreyer sowie Andrea Heinrichs und Janik Ramjoué (Caritasverband für das Bistum Aachen).

Foto: Caritas MG

Oberbürgermeister Felix Heinrichs brachte es auf den Punkt: „Sie haben es geschafft, 40 Jahre lang ein verlässlicher Anker für die hier lebenden Menschen und ihre Angehörigen zu sein“, sagte er in seinem Grußwort während der Jubiläumsveranstaltung, die von Einrichtungsleiterin Eveline Hensen moderiert wurde. In einer Pflegeeinrichtung gehe es nicht um „satt, sauber, trocken“, fügte Heinrichs hinzu. „Es geht darum, dass sich Menschen zu Hause fühlen können.“

Das unterstrichen auch Caritas-Vorsitzender Dr. Christof Wellens und Geschäftsführer Frank Polixa: Pflege lebe von Begegnung, einem freundlichen Wort, Aufmerksamkeit und der Erfahrung. „Da ist jemand, der mich sieht und der mich ernst nimmt“, erklärte Wellens. Das Caritaszentrum Rheydt sei ein „Lebensort“, sagte Frank Polixa – „ein Ort, an dem Alltag stattfindet, Beziehungen entstehen und gepflegt werden, Freude geteilt wird und auch schwierige Situationen gemeinsam bewältigt werden“.

Vor vier Jahrzehnten fehlten in Mönchengladbach zahlreiche Altenheimplätze. Mit Unterstützung der Stadt baute der Caritasverband an der Preyerstraße in Pongs das neue Haus. 43 ältere Menschen aus dem damals aufgelösten Altenheim St. Marien zogen in die neue Caritas-Einrichtung, die insgesamt fast 130 Bewohnerinnen und Bewohner hatte. Um sie kümmerten sich zu dieser Zeit rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Vergleich, so Frank Polixa: „Heute beschäftigen wir im Caritaszentrum Rheydt rund 135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – bei aktuell 116 Bewohnerinnen und Bewohnern.“

Auch diese Zahlen belegten, wie sehr sich Umfang und Intensität der Pflege und Betreuung verändert hätten. „Immer mehr Menschen kommen erst dann in eine stationäre Pflegeeinrichtung, wenn sie schwer oder schwerst pflegebedürftig sind. Sie benötigen häufig eine sehr umfassende Unterstützung und Begleitung. Viele leben mit mehreren Erkrankungen gleichzeitig, mit einer fortgeschrittenen Demenz oder mit erheblichen körperlichen Einschränkungen“, sagte der Caritas-Geschäftsführer. Zwar seien viele Bewohner in einem sehr hohen Alter, aber es gebe auch jüngere Menschen zwischen 60 und 70, die im Caritaszentrum leben. „Unser jüngster Bewohner ist 59 Jahre alt“, berichtete Polixa. Er spreche deshalb auch nicht von „Altenheim“, sondern von „Pflegewohnhaus“.

Zwar sei das Caritaszentrum Rheydt in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder renoviert und modernisiert worden, aber seit einigen Jahren bereite das Wasserleitungssystem große Schwierigkeiten. Der Caritasverband denkt deshalb über einen Ersatzneubau in der Nähe nach. Bis dahin würden aber sicher noch einige Jahre vergehen, so der Geschäftsführer. Sowohl er als auch Christof Wellens hoben das große Engagement der Mitarbeitenden hervor und dankten ihnen für ihren Einsatz. Neben den hauptamtlichen Beschäftigten sind auch 65 ehrenamtlich Engagierte für die Bewohner da und bieten etwa gemeinsames Musizieren, Digital-Reisen rund um den Globus oder Rikscha-Fahrten an. „Sie alle sorgen dafür, ein schönes Zuhause für die Bewohnerinnen und Bewohner zu schaffen“, sagte Wellens.

Für den Caritasverband für das Bistum Aachen gratulierten Andrea Heinrichs und Janik Ramjoué in einer Wechselrede. „Die wichtigste Währung hier ist nicht Euro, sondern Vertrauen“, erklärten sie. Und: „In diesem Haus wird nicht nur gepflegt, hier wird gelebt.“ Das bestätigte Uschi Zitronella auf ihre ganz eigene, sehr rheinische Art. Die routinierte Reinigungskraft erinnerte an besondere Meilensteine in der 40-jährigen Geschichte des Caritaszentrums, zum Beispiel an die Einführung des Qualitätsmanagements: „Und dann kam et QM und die janzen schönen Zettelchen, die wir uns jebastelt hatten, wurden alle weggeschmissen“, berichtete die forsche Mitarbeiterin alias Hauswirtschaftsleiterin Bärbel Sigg. Das galt auch für das Küchenteam um Sebastian Esser, das die Gäste mit Köstlichkeiten verwöhnte.

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