„Le Qiff“ steht in Leuchtschrift über dem Eingang, eine Holzvertäfelung gibt dem Eingangsbereich einen edlen Anstrich. Große silberne Ab- und Umluftrohre, die Einzelteile für Pflanztische und Drainage stapeln sich noch in der Halle hinter der schweren Metalltür, wo ehemals „Stoffe Zander“ Samt und Seide verkauft hat. Am Rönneterring 5 entsteht eine hochmoderne Produktionsstätte für Cannabis, gebaut von einer Schweizer Fachfirma. „Wir finden die Legalisierung von Cannabis gut und möchten mit unserer Anbauvereinigung eine Vorreiterrolle übernehmen“, sagt Ferdinand Dannenmann, Vorsitzender des neu gegründeten Cannabis Social Club e.V. „Le Qiff“. Projektpartner Christian Hamm erklärt, warum: „Wenn ich alkoholische Getränke kaufe, weiß ich auch, ob ich Bier oder Vodka bekomme“. Wer Cannabis über dubiose illegale Kanäle beschaffe, wisse oft nicht, ob und mit was das gestreckt sei. Den beiden Vereinsgründern ist klar, dass das Thema polarisiert, aber sie haben auch erfahren, dass immer mehr Menschen gut finden, was sie machen. „Einige sind hier schon auf der Baustelle aufgetaucht und haben Stoffe Zander gesucht. Denen haben wir gesagt, dass es hier bald anderen Stoff gibt“, scherzt Dannenmann.
Cannabis in jeder Geschmacksrichtung und in verschiedener Wirkungsintensität dürfen sie ganz legal an Clubmitglieder verkaufen, wenn die Anlage fertig ist. Konsumiert werden darf dagegen in 100 Metern Umkreis nicht.
Wer Clubmitglied werden möchte, muss mindestens 21 Jahre alt sein. Mehr als 500 Mitglieder sind nicht erlaubt. „Man zahlt eine Anmeldeabgabe von 50 Euro und 20 Euro monatlich als Mitgliedsbeitrag, das Cannabis verkaufen wir dann zum Grammpreis“, sagt Ferdinand Dannenmann. Neben hochwertigem Anbau soll der Club Aufklärung, Prävention und einen bewussten Umgang mit Cannabis fördern.
Für die Umsetzung des Projektes in der gemieteten Halle haben die beiden eine sechsstellige Summe in die Hand genommen und mussten eine Fülle von Vorgaben der Bezirksregierung erfüllen, Konzepte für Sicherheit und Jugendschutz vorlegen, eine Nutzungsänderung und Baugenehmigung für die Teilung der Halle beim Bauamt erwirken.
In zwei Blüteräumen soll ab August angebaut werden. Eine technische Anlage steuert Trocknung, Lüftung, Licht und Bewässerung. Betriebswirt Hamm, der seine Bachelorarbeit zu dem Thema geschrieben hat, kümmert sich um „Verwaltungsdinge“, Maschinenbautechniker Dannemann um die Technik. Zunächst müssen die beiden die Arbeiten am Pflanztisch alleine erledigen. Später soll ein Mitwirkungskonzept dafür sorgen, dass die Clubmitglieder mit anpacken. Der Verkauf an Mitglieder soll, so der Plan, im Dezember starten. Setzlinge zum Selberanbau könne man vielleicht auch eines Tages anbieten. „Das ist dann das Einzige, was wir auch an Nichtmitglieder verkaufen dürfen“, sagt Hamm.
Kontakt: www.leqiff.de