Neues vom Heinz Sielmann Biotop Komm’ ans Licht, Alte Niers!

Mönchengladbach · Sie ließ sich etwas Zeit, die gute Alte Niers, als NRW-Umweltminister Oliver Krischer und OB Felix Heinrichs sie am Mittwochnachmittag feierlich in ihr naturnah gewundenes Freilicht-Bett entließen... Und doch war es ein bewegender nächster Schritt für das Heinz Sielmann Biotop, das bis Juni 2027 nördlich vom Bresges-Park entstehen soll.

„Wasser Marsch!“ hieß es am Mittwoch zwischen Düsseldorfer und Sonnenstraße – die Alte Niers ließ sich aber etwas Zeit... Fotos: Petra Käding

Foto: Petra Käding

Unterirdisch war sie, die Niers, jahrzehntelang... Aus heutiger Sicht war auch die Entscheidung damals „unterirdisch“... Aber an Klimawandel hat man in den Siebzigern noch nicht gedacht. Umso erfreulicher, dass die Umsetzung der von den Naturschützern Hajo Siemes und Tobias Terwort angeregten Idee, die Niers auf einer Teilstrecke zurück ans Licht zu holen, in einem wegweisenden gemeinschaftlichen Projekt mit Spatenstich im März 2026 innerhalb eines halben Jahres umgesetzt wurde.

Zum Startschuss, wenn auch ohne „Schussfahrt“ der Alten Niers in ihren neu angelegten Bachlauf kamen sie dann auch alle: NRW-Umweltminister Oliver Krischer, OB Felix Heinrichs, Umwelt-Dezernatsleiterin Claudia Schwan-Schmitz, Projektleiter Dr. Johannes Heinze und Dr. Fritz Brickwedde von der Heinz Sielmann Stiftung, NEW-Vorstand Thomas Bley sowie zahlreiche weitere Beteiligte u.a. vom Nabu.

„Mit dem Wasser im neuen Bachbett ist jetzt die Voraussetzung geschaffen, dass die Natur hier zurückkehren kann, sagt Umweltminister Krischer. „Dieses Projekt zeigt beispielhaft, wie Naturschutz und Stadtentwicklung erfolgreich zusammengebracht werden können...“

Krischer verweist auf den vergangenen heißen Sommer und betont: „Wir müssen uns an die Folgen des Klimawandels anpassen – das hier ist so eine Anpassung!“

Für Felix Heinrichs ist das Projekt ein gutes Beispiel dafür, was getan werden kann, um Fehler aus der Vergangenheit wiedergutzumachen. Und er erinnert daran, dass der gebürtige Rheydter Heinz Sielmann Millionen Menschen die Natur und Tierwelt nähergebracht habe. Nun entstehe in seiner Heimatstadt ein Ort, der genau daran anknüpfe. „Hier können Menschen Natur entdecken, Tiere beobachten und erleben, wie sich ein neuer Lebensraum entwickelt.“

Wie gut sich die Offenlegung der Alten Niers in die Pläne der Stadt zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels einfügt, erklärt Claudia Schwan-Schmitz, Technische Beigeordnete und Dezernatsleiterin für Planen, Bauen, Mobilität und Umwelt. „Mönchengladbach verfolgt das Ziel, Grün- und Wasserstrukturen stärker zu vernetzen, Flächen zu entsiegeln und die Stadt so widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Trockenheit und Starkregen zu machen. Ein offenes Gewässer, naturnahe Ufer und Feuchtwiesen können dazu beitragen, Wasser stärker in der Landschaft zu halten und zugleich kühlende, ökologisch wertvolle Räume zu schaffen.“

„Heinz Sielmann wäre sicherlich stolz auf das, was hier in seiner Geburtsstadt entsteht“, sagt schließlich Dr. Fritz Brickwedde, Vorsitzender des Stiftungsrates der Heinz Sielmann Stiftung. „Mit der Inbetriebnahme des neuen Bachlaufs haben wir einen weiteren Meilenstein in der Umsetzung dieses Projekts erreicht. Wir arbeiten mit Hochdruck darauf hin, das Biotop im kommenden Jahr zu Heinz Sielmanns 110. Geburtstag am 2. Juni feierlich einweihen zu können.“

Wie es weitergeht

In den kommenden Monaten entwickeln die Stadt Mönchengladbach, die NEW, mags und die Heinz Sielmann Stiftung um die Niers herum eine artenreiche Landschaft mit unterschiedlichen Biotopen. Ein öffentlicher Weg und Info-Angebote sollen das Gelände für die Bevölkerung als Ort für Naturerlebnisse und Naherholung erschließen.