In den städtischen Parkgewässern sterben derzeit auffällig viele Wasservögel, insbesondere im Umfeld der Schlossteiche Wickrath. Aktuell besteht der Verdacht auf Vogelbotulismus. Eine schwere Erkrankung, die durch das Bakterium Clostridium botulinum ausgelöst wird und bei Vögeln zu Lähmungen und Tod führt. Weitere Tests müssen den Verdacht noch final bestätigen. Für Menschen und Haustiere besteht keine Gefahr, solange wichtige Grundregeln eingehalten werden.
Die einzige wirksame Maßnahme, um die Ausbreitung des Bakteriums zu verlangsamen, ist auf das Füttern zu verzichten. Die Stadt bittet deshalb nochmals eindringlich darum, das Füttern von Vögeln oder anderen Tieren an den Gewässern unbedingt zu unterlassen!
Kadaver bieten den Bakterien ein ideales Milieu und sind der entscheidende Auslöser für die Verbreitung von Botulismus. Verstorbene oder erkrankte Tiere dürfen auf keinen Fall selbstständig berührt und entnommen werden. Auch Hunde sind davon fernzuhalten. In den betroffenen Bereichen herrscht generell Leinenpflicht und es ist unbedingt darauf zu achten, dass Hunde nichts aus den Gewässern aufnehmen.
Der Verdacht auf Vogelbotulismus liegt derzeit aus unterschiedlichen Gründen nahe. Zum einen konnten Untersuchungen an verendeten Tieren keine Geflügelpestviren nachweisen – sodass die Wahrscheinlichkeit für diese Krankheit gering ist. Für Vogelbotulismus hingegen herrschen optimale Bedingungen. Denn Ausbrüche von Vogelbotulismus kommen vor allem in nährstoffreichen Gewässern während langer Hitzeperioden vor. Die aktuelle Hitze lässt Wasserstände sinken und erwärmt die Gewässer. Das menschliche Füttern erhöht den Nährstoffeintrag. All das begünstigt das Wachstum der Botulismus-Bakterien. Nach einem solchen Ausbruch dieser Krankheit bleibt aufgrund der hohen Sporenkonzentration im Gewässer auch in den folgenden Jahren ein erhöhtes Risiko für Botulismus bestehen.
Die städtischen Fachbereiche für Umwelt, Tiergesundheit, Gesundheit sowie mags befinden sich im intensiven Austausch. Zudem besteht ein Dialog mit der Bezirksregierung Düsseldorf sowie dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (LANUK), dem der Fachbereich Umwelt die Situation in Form eines „Umweltalarms“ angezeigt hat.