Jetzt wurden drei Infotafeln auf dem Aussichtshügel, der direkt an der Straße Fritzbruch liegt, von Sabine Brinkmann (Vorstand Niersverband) zusammen mit Rainer Röder (Dezernent für Planen, Bauen und Umwelt beim Kreis Viersen und stellvertretender Verbandsratsvorsitzender des Niersverbands) aufgestellt.
Zwei Schilder des Verbands klären über die naturnahe Gewässerumgestaltung und über das Vorkommen seltener sowie geschützter Wat- und Wasservögel auf. Ein weiteres Schild vom Kreis Viersen liefert Hintergrundinformationen zum Naturschutzgebiet Fritzbruch. Auf diese Weise macht der Aussichtsbereich die Gewässermaßnahme erlebbar und verständlich, ohne die Flächen des Naturschutzgebiets zu betreten und die dort lebenden Tiere und Pflanzen zu gefährden.
„Das Projekt zeigt, wie durch ganzheitliches, vernetztes Denken und die enge Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern wertvolle Synergien entstehen – mit nachhaltigen Mehrwerten für Mensch und Natur und die Zukunft unserer Niersregion“, erläutert Sabine Brinkmann.
„Wir freuen uns, dass wir diese Fläche für den Naturschutz nicht nur sichern, sondern deutlich aufwerten konnten. So ist ein einzigartiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere entstanden“, ergänzt Rainer Röder. Der Kreis Viersen hat die Fläche für das Projekt zur Verfügung gestellt. Dies war eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Umgestaltung.
Das vom Niersverband realisierte Projekt Fritzbruch kombiniert gleich mehrere besondere Ziele: Die Niers wurde auf einer Länge von gut anderthalb Kilometern naturnah umgestaltet und hat überdies deutlich mehr Platz bekommen. Ein Großteil der neu geschaffenen Fläche, 70.000 Kubikmeter, dient bei starken Niederschlägen oder Hochwasserereignissen als natürlicher Wasserrückhalteraum. Überdies hat der Verband gezielt selten gewordene Rastflächen für durchziehende Watvögel geschaffen – einzigartig an der Niers.
Das begleitende Monitoring der Biologischen Station Krickenbecker Seen untermauert den Erfolg des Projekts: Arten wie der Rotschenkel, der stark gefährdet ist, oder der Kampfläufer, der in Deutschland vom Aussterben bedroht ist, wurden hier bereits gesichtet. Der nun neu errichtete Aussichtshügel bietet Interessierten gute Bedingungen, diese positive Entwicklung weiterzuverfolgen.
Vor der naturnahen Umgestaltung zwischen der alten Bahnlinie und der Straße Fritzbruch in Süchteln floss die Niers auf rund 700 Metern Länge geradlinig. Mit erfolgreichem Abschluss des Gewässerprojekts ist ein 1,6 Kilometer langes und mehrfach verzweigtes Gewässersystem außerhalb und innerhalb eines regelbaren Rückhaltebereichs entstanden: Zwei Wehre können einen großen Teil der Fläche einstauen und somit auch bei starken Regenereignissen Wasser aus der angrenzenden Betriebsstelle des Niersverbands aufnehmen und zurückhalten. Die Flächen haben sich zu einem relevanten Rastgebiet für durchziehende Watvögel entwickelt. Vor dem Hintergrund, dass geeignete Rastflächen für Zugvögel zunehmend verloren gehen, ist dies von großer naturschutzfachlicher Relevanz.
Ein weiterer Vorteil des Einstaus besteht darin, dass das Wasser aus den Flächen des Rückhalteraums gedrosselt in den Hauptlauf der Niers abgegeben werden kann. Das kommt den Kleinstlebewesen auf der Sohle der Niers zugute, weil sie nicht weggespült werden.
Wichtiger Hinweis: Für das Naturschutzgebiet Fritzbruch gilt ein striktes Flächenbetretungsverbot außerhalb von Wegen sowie eine Anleinpflicht für Hunde.