Werner-Jaeger-Gymnasium Erster Platz bei Pädagogik-Olympiade

Nettetal · Grundkurs Pädagogik des Werner-Jaeger-Gymnasiums gewinnt ersten Platz bei der Pädagogik-Olympiade in Bielefeld.

v.l.: Wilhelm Alberding, Leni Steinforth, Mariella Rudolph, Dr. Stephanie Trampler-Steigels, Professor Dr. Klaus Hurrelmann, Samanta Zuchmantowicz, Raphael Prümen, Nele Lenßen, Anabel Sanzone.

Foto: privat

Der Grundkurs Pädagogik der Q1 des Werner-Jaeger-Gymnasiums in Nettetal-Lobberich hat bei der diesjährigen Pädagogik-Olympiade in Bielefeld in der Kategorie „Musisch-Ästhetisch“ den ersten Platz belegt und damit einen herausragenden Erfolg erzielt. Die Pädagogik-Olympiade ist ein bundesweit beachteter Wettbewerb unter der Leitung von Professor Dr. Ullrich Bauer, der in diesem Jahr zum dritten Mal stattfand. Die zentrale Fragestellung lautete: „Wie wollen wir lernen?“ Mehr als 120 Beiträge wurden in fünf verschiedenen Kategorien eingereicht.

Am 20. Februar versammelten sich rund 1.200 Teilnehmende im Audimax der Universität Bielefeld. Am Vormittag standen Fachvorträge zur Leitfrage „Wie muss Schule gestaltet sein, damit sie junge Menschen nicht nur unterrichtet, sondern stärkt?“ im Mittelpunkt. Professor Dr. Klaus Hurrelmann berichtete von seiner eigenen Schullaufbahn und betonte, wie entscheidend unterstützende Bezugspersonen – etwa Eltern oder Lehrkräfte – für den Bildungserfolg seien. Jamila Tressel und Margret Rasfeld stellten innovative Schulprojekte vor, die Lernen über reine Wissensvermittlung hinaus neu denken. Professorin Dr. Gudrun Quenzel widmete sich dem Thema „Demokratisch lernen – wie geht das?“.

Ein besonderer Moment für die Schülerinnen und Schüler des Werner-Jaeger-Gymnasiums war die Einbindung zweier eingereichter Bilder in den Vortrag von Professorin Quenzel. Die Werke wurden zur Veranschaulichung demokratischen Lernens herangezogen, gewürdigt und auf den großen Leinwänden des Audimax präsentiert.

Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die feierliche Preisverleihung am Nachmittag. Der Grundkurs Pädagogik wurde für sein Projekt „Dystopie und Utopie des Lernens“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Das Besondere an dem Projekt ist, dass es nicht nur inhaltlich eine Antwort auf die Frage „Wie wollen wir lernen?“ gibt, sondern auch in seiner Arbeitsweise diesem Anspruch gerecht wurde: individuell, stärkenorientiert und zugleich gemeinschaftlich.

Im Verlauf des Arbeitsprozesses entstand ein multimediales Gesamtkunstwerk. Leni Steinforth beeindruckte mit zwei selbst gemalten, in starkem Kontrast zueinander stehenden Bildern, die das Projektthema künstlerisch visualisieren. Aus der gemeinsamen Analyse und Interpretation entwickelte der Kurs einen poetisch geprägten Text, der eine Dystopie und eine Utopie schulischen Lernens beschreibt. Ergänzt wurde das Projekt durch eine Audio-Version – eingesprochen von Mariella Rudolph, Leni Steinforth und Nele Lenßen – sowie eine von Wilhelm Alberding entwickelte VR-Brillen-App. Begleitet wurden sie dabei von ihrer Pädagogiklehrerin Dr. Stephanie Trampler-Steigels.

Inhaltlich entwickelten die Schülerinnen und Schüler eine dystopische Lernwelt – das „Lerngefängnis der Zukunft“ –, in der alle Beteiligten meinungslos die ihnen zugewiesenen Funktionen erfüllen müssen, ausschließlich als Lernobjekt betrachtet werden und Noten sowie Leistungsdruck dominieren. „Wir wollen zu einzigartigen Persönlichkeiten werden, die es schaffen, positiv und selbstbewusst in die Zukunft zu blicken und sich zutrauen, diese aktiv zu gestalten – für ein Leben in Frieden und Freiheit“, formuliert der Pädagogik-Grundkurs des WJG in seinem Projekt. Das Projekt endet nicht bei der Gegenüberstellung von Dystopie und Utopie, sondern beinhaltet auch einen theoretischen Faktencheck, der bestehende innovative Bildungsimpulse aufgreift und wissenschaftlich einordnet.

Professor Dr. Klaus Hurrelmann, Laudator und Jurymitglied, würdigte den Beitrag mit folgenden Worten: „Das Projekt setzt sich mit dem dringendsten Thema auseinander, das wir gegenwärtig an den Schulen haben: Wie können Digitalisierung und künstliche Intelligenz klug und sinnvoll in das schulische Arbeiten einbezogen werden? Dabei werden alle positiven und negativen Aspekte anschaulich herausgearbeitet und gegeneinander abgewogen. Das Ganze wird fachlich durch wissenschaftliche Studien sorgfältig abgesichert. Ein wirklich toller Beitrag!“