Extra Tipp: Der Titel Ihres Programms lautet „Hatta“. Was steckt dahinter?
Hans Werner Olm: Es geht um Menschen und um die Komik, die in jedem Menschen steckt. Komik, die der Mensch manchmal gar nicht erkennt. Ich zelebriere auf der Bühne Menschen und Geschichten, die versuchen, sich in diesem Leben zurechtzufinden. Es geht um Mensch und Hund, Mensch und Essen – und auch ums Klima. Kann man all das, was man negativ aufnimmt, vielleicht ins Positive verkehren? Das werden zwei Stunden rundes Entertainment. Ich habe die letzten Jahre mehr oder weniger etwas Pause gemacht. Jetzt greife ich wieder an, da sich auch einiges angestaut hat.
Verwandlungskunst ist bekanntlich Ihr Ding. Wie viel können die Zuschauer in Nettetal davon erwarten?
Ich kann mich auf der Bühne nicht großartig umziehen, ich mache alles aus der Hose raus.
Ich verwandle mich aber trotzdem in den ewigen Meckerer, den Nörgler, in den Autoverkäufer, den Fußballfan, den Pommesverkäufer – das Publikum kann sich in vielen wiedererkennen. Ich versuche das Ganze natürlich zu überziehen. Ich steige in Rollen rein. Wenn ich Geschichten erzähle, bin ich dann der verzweifelte Vater oder die alte Oma. Ich versuche alle Rollen authentisch zu spielen. Und ich als Olm bin der Dompteur des Ganzen.
Wird es auch musikalisch?
Ich habe das Glück, dass ich ein schönes Stimmchen habe und Gitarre spielen kann. Wenn man harte Themen in einen Song packt, kann man diese ein bisschen leichter machen. Ich parodiere gerne und kann viele Leute nachmachen. Früher waren es Westernhagen und Peter Maffay, jetzt ist es auch mal Ed Sheeran.
Was begeistert Sie nach so vielen Jahrzehnten noch an Ihrem Beruf?
Hans Werner Olm: Mein Job ist lebendig. Das ist einfach schön. Ich fahre los auf Tour und erfreue mich an der Landschaft. Ich kenne in ganz Deutschland Leute und verbinde das dann mit kleinen Besuchen. Und ich bin noch nicht satt. Es gibt nichts Schlimmeres als dieses Sattgefühl. Es sollte immer ein wenig Hunger übrig bleiben. Und ich bin total hungrig. Ich möchte mich immer weiter ausprobieren und gucken, wie ich den Leuten ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Was soll ich denn auch sonst machen? Tomaten anpflanzen? Ein Gartenhaus anstreichen? Das ist doch langweilig! Und so lange ich die Möglichkeit habe, werde ich ein Leben lang auf der Bühne stehen.
Wenn man Sie so sieht, könnte man meinen, dass Nervosität für Sie keine Rolle spielt. Gibt es doch etwas, das Sie vor oder während des Auftritts noch aus der Fassung bringt?
Nein, nichts. Mich macht nichts mehr nervös, dafür habe ich zu viel erlebt. Mir fällt noch auf der Fahrt zum Auftritt etwas ein, das schreibe ich dann schnell auf und probiere es dann auf der Bühne. Sie können morgen nach Nettetal kommen, übermorgen nach Hagen – jede Show ist anders. So entstehen dann immer neue Sachen.
Was bringt Sie privat zum Lachen?
Über Witze kann ich gar nicht lachen, höchstens schmunzeln. Denn ich kenne alle Witze auf der Welt. Witzig ist für mich, wenn ein fliegender Fisch gegen einen Ozeandampfer knallt, der im Umkreis von 210 Meilen der Einzige ist. Wenn das, was nicht passieren kann, auf einmal passiert. Das finde ich witzig.
Hans Werner Olm tritt am 24. April, 20 Uhr, mit seinem Comedyprogramm „Hatta“ in der KulturAula am Kornblumenweg 1 in Nettetal auf. Tickets zum Preis von 24 Euro gibt es online auf https://nettekultur.reservix.de/events oder in der NetteKultur in Lobberich.