Muss das sein? – Mönchengladbacher bereut „pflegefreie“ Grabstätte“ Wie soll man hier trauern?

Mönchengladbach (pek) · Als sein Ehemann stirbt, entscheidet sich Andreas Klomps für eine „pflegefreie“ Grabstätte auf dem Hauptfriedhof. Jetzt vermisst er einen Ort, an dem er trauern kann, denn von der Grabstätte selbst werden Kerzen und Grabschmuck immer wieder entfernt oder gestohlen. Und die „zentrale Gedenkfläche“ ist in seinen Augen ein „Trümmerhaufen“.

"Gendenkfläche? Ich nenn es Trümmerhaufen", sagt Andreas Klomps.

Foto: Petra Käding

Als Andreas Klomps 2024 viel zu früh Abschied von seinem Ehemann nehmen muss, entscheidet er sich für eine „pflegefreie“ Grabstätte auf dem Hauptfriedhof, weil sein Mann nicht gewollt hätte, dass er sich die Grabpflege aufhalst. Das erscheint ihm die beste Lösung: eine kleine Gedenkplatte, auf die er eine Kerze stellen kann, dahinter Rosen – „die mochte Michael so gern“ – und ein paar Schritte entfernt eine „Gedenkfläche“ mit Platz für weiteren Grabschmuck. Doch die Realität holt Klomps bald ein: eine Laterne verschwindet vom Grab, dann ein Trauerlicht nach dem anderen, ein kleiner Weihnachtsbaum, Blumen... Diebe? Oder mags-Mitarbeiter, die die Anweisung, dass bei den pflegefreien Grabstätten Grabschmuck ausschließlich auf die Gedenkfläche gehört, allzu genau nehmen? Einmal hat Klomps seinen Grabschmuck sogar im Müll wiedergefunden.

Weder bei der mags noch bei der Polizei kommt er weiter. Dabei will er doch nur einen Platz, an dem er trauern kann. Die zentrale Gedenkfläche bietet ihm die Möglichkeit nicht. „Ich nenn es Trümmerhaufen“, sagt er und zeigt auf einen gepflasterten Bereich mit einem Stein in der Mitte, um den Grabschmuck wie lieblos hingeworfen daliegt, ungepflegten Randsteinen mit leeren Friedhofsvasen und einer Bank, die der Gedenkfläche abgewandt steht.

Andreas Klomps hat schon manches versucht: die Gedenkfläche aufgeräumt, Rasen vor dem Grab seines Mannes nachgesäht. Teure Laternen kauft er schon gar nicht mehr – „die werden ja sofort wieder geklaut.“ Am liebsten würde er das Grab umbetten lassen. „Aber das darf ich nicht“, sagt er. „Dafür braucht man einen triftigen Grund wie etwa eine Familienzusammenführung.“

Der Extra-Tipp fragt: „Muss das sein? Bitte nachbessern!“ Fotos: Petra Käding

Wie soll man hier trauern?
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