Verbraucherzentrale Mönchengladbach gibt praktische Tipps Klimaanpassung beginnt vor eigener Haustür

Mönchengladbach · Anhaltende Wärme, lange Trockenperioden und immer häufiger auftretende Hitzewellen stellen auch heimisches Grün vor große Herausforderungen. Die Verbraucherzentrale gibt praktische Tipps für klimaangepasstes Handeln.

Richtig gießen in Hitzeperioden - gewusst wie! Die Gladbacher Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps.

Foto: Verbraucherzentrale NRW/Andrea Obzerova

In Mönchengladbach hat es seit mehreren Wochen nicht mehr nennenswert geregnet. Die trockenen Böden und die hohen Temperaturen machen vielen Pflanzen zu schaffen und erhöhen gleichzeitig den Wasserbedarf beim Gießen. „Klimaanpassung beginnt vor der eigenen Haustür“, erklärt Edda Nowak, Beraterin in der Beratungstelle Mönchengladbach der Verbraucherzentrale NRW. „Wer auf hitzeresistente und trockenheitsverträgliche Pflanzen setzt und bewusst gießt, schützt wertvolle Wasserressourcen und sorgt dafür, dass der Garten auch in heißen Sommern grün bleibt.“

Viele heimische und mediterrane Stauden, Gehölze und Bäume kommen mit Trockenheit deutlich besser zurecht als wasserintensive Arten. Tiefwurzelnde Pflanzen erschließen Wasser aus tieferen Bodenschichten und benötigen nach dem Anwachsen oft deutlich weniger Bewässerung. Gleichzeitig bieten sie Lebensräume für Insekten und tragen zu einem angenehmen Mikroklima bei. Heimische Pflanzen wie die Apfel-Rose, das Adonisröschen, der Blut-Storchschnabel, der Eingriffelige Weißdorn oder der Scharfe Mauerpfeffer kommen gut mit Hitze und Trockenheit klar und sich besonders wertvoll für die Artenvielfalt.

Gartenbesitzer sollten lieber ein- bis zweimal pro Woche durchdringend wässern als täglich kleine Mengen. So werden Pflanzen angeregt, tiefere Wurzeln zu bilden. Ob gegossen werden muss, lässt sich einfach prüfen: Die oberste Erdschicht vorsichtig zur Seite schieben. Ist der Boden darunter noch feucht, kann mit dem Gießen meist noch gewartet werden. Erst wenn auch die tieferen Zentimeter trocken sind, ist das Wässern sinnvoll. Auch der Zeitpunkt zählt: Wer nur morgens oder abends zur Gießkanne greift, begrenzt die Wasserverdunstung. Wenn möglich, sollte man zuvor Regenwasser in Tonnen oder Zisternen sammeln und dann zur Bewässerung verwenden. Zuerst gilt es Büsche, Sträucher und Bäume zu bewässern. Ein Rasen übersteht Trockenperioden in der Regel auch ohne Bewässerung und wird nach dem nächsten großen Regen von selbst wieder grün.

Ein geschützter Boden hält länger die Feuchtigkeit. Effektiv hilft hier eine Schicht aus Rindenmulch, Rasenschnitt oder Laub. Auch Bodendecker oder eine dicht stehende Bepflanzung beschatten die Erde, reduzieren die Verdunstung und helfen dabei, Wasser im Boden zu speichern. Humusreiche Böden speichern Wasser besser und geben es nach und nach an die Pflanzen ab. Der Humusgehalt lässt sich durch das Einarbeiten von Kompost einfach erhöhen. Und wer das Beikraut erst einmal duldet, hat im Dürresommer, wenn sonst kaum etwas blüht, noch ein paar gute Nahrungsquellen für Insekten.

Mehr Info zur klimaangepassten Gestaltung von Vorgärten gibt’s unter klimakoffer.nrw/klimaanpassung-vorgarten, eine Liste trockenheitsverträglicher Pflanzen unter
klimakoffer.nrw/klimaanpassung-pflanzen-vorgarten