Mit inzwischen 852 hauptamtlichen Mitarbeitenden (2023: 805) zählt der Caritasverband zu den großen Arbeitgebern in der Stadt – „und trotz großer Fortschritte beschäftigt uns der Fachkräftemangel immer noch“, wie Dr. Christof Wellens erklärte. Vor diesem Hintergrund hat der Verband im März vergangenen Jahres eine Stabsstelle Personalmarketing und (Auslands-)Recruiting eingerichtet. Erste Erfolge können sich sehen lassen: Aktuell hat die Caritas fast 50 Auszubildende insbesondere in der Pflege, zudem konnten zwei Pflegefachkräfte von den Philippinen erfolgreich in das Caritaszentrum Holt integriert werden. Die Belegschaft stammt inzwischen aus 52 Nationen – „über diese Vielfalt freuen wir uns sehr“, betonte Wellens, der ausdrücklich den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden für ihren Einsatz dankte.
Das deutschlandweite Jahresmotto „Caritas öffnet Türen“ ist dank zahlreicher Investitionen in die soziale Infrastruktur in der Region Mönchengladbach durchaus wörtlich zu nehmen. Im Mai 2025 wurde das Paul Moor-Atelier auf dem Gelände der Paul Moor-Schule im Hardter Wald eröffnet, gleichzeitig wurde die Förderschule auf 140 Plätze erweitert (Investitionsbedarf 1,2 Millionen Euro).
Richtfest feierte kürzlich der Neubau einer Caritas-Tagespflege sowie von 15 Servicewohnungen für ältere Menschen in Giesenkirchen (6,7 Millionen Euro), und auch mit dem Umbau der Caritaskirche St. Albertus geht es planmäßig voran. Dort entstehen neue Beratungsangebote, eine medizinische Ambulanz für wohnungslose Menschen sowie zusätzliche Räume für die Caritas-Geschäftsstelle, die gleich nebenan an der Albertusstraße liegt. Außerdem soll Ende des Jahres der Tagestreff Bruno-Lelieveld-Haus in die entwidmete Kirche ziehen. Eine politische Entscheidung über den in der Leistungsvereinbarung mit der Stadt vorgesehenen künftigen Standort stehe noch aus. Das Projekt ist in der Nachbarschaft nicht unumstritten, aber „soziale Herausforderungen lassen sich nicht verdrängen. Wohnungslose Menschen brauchen einen Platz in der Stadt“, wie Dr. Christof Wellens betonte.
Zum weiteren Ausbau der Angebote startet zum Jahreswechsel 2026/27 der Neubau eines weiteren inklusiven Caritas-Kindergartens mit zwei Gruppen für insgesamt 30 Mädchen und Jungen in der Lebenskirche St. Johannes an der Urftstraße. Außerdem beschäftigt sich der Verband perspektivisch mit einem Ersatzneubau für das Caritaszentrum Rheydt, dessen Wasserleitungssystem in die Jahre gekommen ist. Die Zusammenarbeit mit der Katharinenstift Mönchengladbach gGmbH wird intensiviert, unter anderem mit der Übernahme der beiden Pflegewohnhäuser am Bunten Garten und in Hardt mit zusammen 137 Plätzen.
Größtes Arbeitsfeld des Caritasverbandes bleibt die Pflege. Die fünf stationären Pflegeeinrichtungen seien ebenso wie die vier Tagespflegen sehr gut ausgelastet. Darüber hinaus begleitete der Palliativ-Pflegedienst gemeinsam mit dem Ambulanten Hospizdienst mehr als 90 Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Stark steigend sei die Nachfrage nach Pflegeberatung, hier wurden allein im vergangenen Jahr mehr als 640 neue Beratungen durchgeführt. „Leider häufig erst sehr spät“, bedauerte Frank Polixa, „hier hätten wir mit unseren professionellen Angeboten sicher frühzeitiger für Unterstützung und Entlastung bei pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen sorgen können“.
Ein großes Thema ist und bleibt der Klimaschutz als sozialer Auftrag, da ältere, pflegebedürftige, kranke oder wohnungslose Menschen besonders stark unter den Folgen des Klimawandels leiden. Hierfür entstand erstmals eine eigene Abteilung innerhalb des Verbandes. Künftig will die Caritas eine CO2-Bilanz erstellen und eine systematische Nachhaltigkeitsberichterstattung vorlegen.