Welche neuartigen Lösungen verhindern den Farbverlust bei Textilien durch Farb- und Faserpflege beim Waschen? Eignen sich smarte Komponenten oder modulare Funktions- und Designelemente für Schuhe? Wie können nachhaltige und robuste Versandverpackungen aussehen, wie lässt sich der Energieverbrauch von Spannrahmen reduzieren – und welcher Weg führt eigentlich zur KI-gestützten Visualisierung von Shop-in-Shop-Konzepten im Einzelhandel? Das Innovationsinteresse in der Textil-, Mode- und Bekleidungsindustrie ist riesig. Dementsprechend vielfältig sind die Aufgabenstellungen, die die teilnehmenden Unternehmen für die zweite „TexTech Startup Challenge“ in Mönchengladbach formuliert haben.
Inzwischen wurden europaweit mehrere hundert potenzielle Lösungsanbieter, vorwiegend Startups, gescoutet und daraus diejenigen identifiziert, die die jeweils passende Innovations-lösung parat haben könnten. Die spannende Frage: „Funkt“ es am Ende tatsächlich zwischen Unternehmen und Startup, indem ein Pilotprojekt, die Umsetzung eines Innovationsvorhabens oder nachhaltige Geschäftsbeziehungen daraus entstehen? „Die Antworten liefert der große Challenge-Finaltag am 18. Juni auf dem Wissens- und Innovationscampus“, sagt Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs. „Dann nämlich wird Mönchengladbach einmal mehr zum Innovations-Hotspot für die Textil-, Mode- und Bekleidungsindustrie.“
Was ist die TexTech Startup Challenge?
Ein Innovationsformat, das etablierte Unternehmen aus der Textil-, Mode- und Bekleidungsindustrie mit Startups, Hochschul-Ausgründungen und Forschungsteams aus ganz Europa zusammenbringt. Ziel ist es, konkrete Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen der Industrie zu entwickeln – beispielsweise in den Bereichen Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Produktion, Lieferketten oder Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Im Fokus stehen konkrete Kooperationen statt reiner Ideenpräsentationen.
Wie läuft die Challenge ab?
Das Format erstreckt sich über mehrere Monate. Teilnehmende Firmen benennen zunächst ihre „Challenges“, also Herausforderungen, in Form von Innovationsbedarfen. Anschließend werden europaweit Startups oder Technologiepartner identifiziert, die potenziell geeignete Lösungen bereithalten oder entwickeln können, und mit den Firmen zusammengebracht. Am Ende steht der Finaltag mit Pitches, vertiefenden Gesprächen und Matchmaking-Sessions. Auch das ist im Idealfall nur ein Zwischenschritt – sofern die Partner eine weitere Zusammenarbeit beschließen.
Welche Unternehmen sind in diesem Jahr mit dabei?
Aus Mönchengladbach nehmen Alberto, AUNDE, Cinque Moda, Fynch-Hatton, Krall+Roth sowie Klevers GmbH & Co. KG an der Challenge teil, zudem aus dem Umland die Gebrüder Jaeger GmbH (Wuppertal) und FD-Textil GmbH & Co KG (Düsseldorf). Auch zwei Großkonzerne sind mit dabei, nämlich Henkel (Düsseldorf) und Covestro (Leverkusen).
Inwiefern profitieren die Unternehmen von der Teilnahme?
Die Unternehmen bringen reale Herausforderungen ein – oft für Aspekte, denen sie sich nicht selbst widmen können, sei es durch eine zu hohe Auslastung im Tagesgeschäft oder durch fehlende eigene Forschungs- und Entwicklungskapazitäten. Durch das so genannte Venture Clienting (strategische Partnerschaften zwischen etablierten Unternehmen und Startups als Innovationslieferanten) erhalten sie folglich auch reale Lösungsansätze mit konkretem Anwendungsbezug, also gesteuerten Innovationszufluss ins Unternehmen von außerhalb.
Und was haben die teilnehmenden Startups davon?
Startups erhalten direkten Zugang zu etablierten Industrieunternehmen, potenziellen Pilotkunden und konkreten Anwendungsfällen. Statt eines klassischen Pitch-Wettbewerbs steht die gemeinsame Entwicklung von Pilotprojekten und Kooperationen im Mittelpunkt. Zusätzlich profitieren die Teams von Sichtbarkeit, Netzwerkzugang und Investorengesprächen.
Wie erfolgreich war die erste Ausgabe 2025?
Bei der Premiere im Frühjahr 2025 entstanden aus dem Finale heraus acht konkrete Kooperationsansätze zwischen Unternehmen und Startups. Aus diesen erwuchsen wiederum mehrere Projekte, die teils bis heute Wirkung zeigen. Insgesamt wurden über 20 Innovations-Challenges definiert und mehr als 400 Startups und Forschungsteams europaweit gescoutet.
Warum findet die Challenge in Mönchengladbach statt?
Mönchengladbach verfügt über eine lange textile Tradition und entwickelt sich zunehmend zu einem Innovationsstandort für Textiltechnologien. Zuletzt erfolgte etwa der Projektstart der „Textilfabrik 7.0“ – ein zukunftsweisendes Reallabor für die Textilproduktion der Zukunft – und fand in der Stadt mit der „MG zieht an“ einmal mehr die größte deutsche Innovations- und Recruiting-Messe für Textil und Bekleidung statt. Somit ist auch die Challenge Teil der städtischen Gesamtstrategie mit Fokus auf Strukturwandel, Wissenswirtschaft, Innovations- und Startup-Förderung und soll den Standort sichtbar machen.
Wer organisiert und finanziert das Format?
Finanziert wird das Format durch die Stadt Mönchengladbach, unterstützt und durchgeführt von der Wirtschaftsförderung (WFMG) und der Marketing-Gesellschaft (MGMG). Erstmals beteiligen sich auch einige der teilnehmenden Unternehmen finanziell. Die operative Umsetzung und das internationale Startup-Scouting erfolgen durch die Innovationsberatung 1stMOVER.
Wie kann man beim Finaltag mit dabei sein?
Der Finaltag 18. Juni ist dreigeteilt: Am Vormittag präsentieren sich alle Startups, Hochschul-Spinoffs und Forschungs- und Entwicklungs-Teams einmal allen Unternehmen – und das öffentlich, d.h. auch für weitere interessierte Unternehmen. Tagsüber arbeiten die Tandems aus Unternehmen und Startups nicht-öffentlich gemeinsam an ihren Challenges. Bei der Ergebnispräsentation am Abend hingegen ist Publikum ausdrücklich erwünscht!
Los geht es dann um 18 Uhr (Einlass 17.30 Uhr) in der Fahrzeughalle des Wissens- und Innovationscampus, Theodor-Heuss-Straße 149, 41065 Mönchengladbach. Gegen 19.40 Uhr erfolgt die Live-Abstimmung in den Kategorien „Beste Innovation“ und „Bestes Match“. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung jedoch erforderlich unter https://textech-startup-hub.de/AbschlussEvent2026. Weitere Informationen zur Challenge sowie zur genauen Programmgestaltung finden sich unter https://textech-startup-hub.de/.