Alle startbereit? Sitzen die VR-Brillen richtig? Der Countdown läuft. Während auf dem Schulhof der übliche Pausentrubel herrscht, heben die acht Sechstklässler, die in der SPACEBUZZ ONE-Rakete sitzen, ab in Richtung Weltraum. Unendliche Weiten... Über Kopfhörer hören sie gebannt zu, was die beiden ESA-Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer Spannendes erzählen. Die VR-Brille vermittelt den Kids die Illusion, in einer Rakete zu sitzen; die beiden Astronauten schalten sich über – im digitalen Raum schwebende – Bildschirme dazu. Mit einem virtuellen Schub geht es ins Cockpit, die sich leicht bewegenden Sitze verstärken diesen Eindruck. Weit oben, jenseits der Atmosphäre, weit über den Wolken, angekommen, geht es zurück vor ein gewaltiges „Schaufenster ins All“, die Kids schauen in den Sternenhimmel, fliegen einmal über alle Kontinente um die Erde, dann zum Mond, einmal rundherum und zurück, durch eine rot-gelb glühende Atmosphäre hindurch und auf die Erde. Unterwegs gibt es die ganze Zeit Informationen auf die Ohren – von Geschwindigkeiten über Außentemperaturen, überholende Satelliten, grüne Flächen im Meer (Algen) und die Krater auf dem Mond (wegen der vielen Meteoriten- und Kometen-Einschläge aufgrund der fehlenden Atmosphäre).
Es ist eine aufregende Erfahrung für die Jungen und Mädchen – aber nicht nur das. Denn der kurze Weltraumausflug ist nur ein kleiner Teil eines wissenschaftlichen und kreativen Lernprojekts.
Je ein Vor- und Nachbereitungstag gehören zu dem außergewöhnlichen SPACEBUZZ ONE-Programm, das die Deutsche Raumfahrtagentur als Ergänzung zum MINT-Unterricht – für die Schulen kostenfrei – anbietet. Mit anschaulichem Arbeitsmaterial – dem „Missionslogbuch“ – wird erst ein „Astronautentraining“ absolviert. In verschiedenen „Missionen“ lernen die Kids viel über Raumfahrt und ihre Bedeutung für die Gesellschaft. Da wird ein Planetarium gebastelt und eine selbstgebaute Rakete in die Luft geschossen, verrät Hans Iser, der die didaktische Leitung Hans-Jonas-Gesamtschule innehat und an diesem Tag dafür sorgt, dass der „fliegende Wechsel“ der kleinen Astronauten-Gruppen gelingt. Außerdem gibt es Astronautentests, etwa das Arbeiten mit Handschuhen oder das Kopfüberessen. Und jede Menge spannende Fragen und Fakten – mit starkem Fokus auf das Thema Klimawandel und dem Schutz von „Mutter Erde“.
Darüber, dass die Hans-Jonas-Gesamtschule mit 175 Schülern als erste Gladbacher Schule am Programm teilnehmen kann, freuen nicht nur die Jungen und Mädchen selbst. „Es ist toll, dass die Schülerinnen und Schüler das so hautnah erleben können“, sagt Schulleiter Tim Schmitz. „Das ist doch viel anschaulicher, als wenn man nur im Unterricht darüber redet.“
Das sehen die Kids auch so. „Ich fand’s cool, wie ein Astronaut zu starten und zu entdecken, wie es im All aussieht“, sagt Nele (12). Und Safa (12), die im Phantasialand schon mal eine VR-Brille aufhatte, findet: „Es war sehr interessant und spannend. Ich fühle mich wie eine Astronautin.“ Auch die Notwendigkeit, etwas gegen den Klimawandel zu tun, ist bei den Kids angekommen. „Die Erde ist so wunderschön“, sagt Safa. „Aber wir machen sie kaputt!“ Mit ihrem eigenen ökologischen Fußabdruck beschäftigen sich die Kids noch in der Nachbereitung. Vorgenommen haben sie sich jedenfalls schon ganz viel: „Öfter mit dem Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen“, sagt Safa. „Nicht so viel Plastikmüll verursachen und weniger Apps wie ChatGPT nutzen, die besonders viel Energie verbrauchen“, hat sich Nele vorgenommen.
Die Kinder sind es, denen die Zukunft gehört. Toll, dass es zukunftsweisende Projekte wie Spacebuzz-One für sie gibt.
Der SPACEBUZZ ONE-Truck tourt mit rund 265 Terminen im Jahr. Unter spacebuzzone.de können Schulen sich bewerben – ab Mai für das Jahr 2027.