Wenn Michael Klinkert (DFB-Pokalsieger 1995) und Marcel Witeczek (Deutscher Meister 1994 und 1997) von ihrer Fußballlaufbahn erzählen, hängen die Kids förmlich an ihren Lippen. Natürlich haben sie „die alten Hasen“, die unter anderem bei Borussia Mönchengladbach gespielt haben, vorher nicht gekannt. Respekt haben sie aber – weil ihre Eltern sie ganz sicher kennen und sie eben echte Profis sind. „Das ist für die Kinder ein besonderer Reiz“, wissen Marion Schröder, Regionaldirektorin, und Manuela Caspers, Fachberaterin bei der AOK Rheinland/Hamburg, die das Projekt gemeinsam mit Borussia Mönchengladbach durchführt. „Die Kinder sind so begeistert!“
Dreimal 30 Mädchen und Jungen versammeln sich an diesem Vormittag für je eine Stunde auf dem Fußballplatz. Damit sie von Anfang bis Ende „am Ball bleiben“, macht Michael Klinkert gleich eine Ansage: „Freunde!“, mahnt er. „Es ist wichtig, dass Ihr zuhört und das dann umsetzt.“ Nachdem er sich („Ich bin der Böse“) und Marcel Witeczek und ihrer beider Fußballkarrieren vorgestellt hat, geht’s los: Aufwärmen, Kopfballtraining, dann ein kurzes Spiel, bei dem Kopf und Fuß gleichermaßen zum Einsatz kommen, zum Schluss kraftvolles Schießen mit Speedometer-Messung, danach bekommt jeder eine Urkunde mit seinem Schuss-Wert. Ein bisschen Wettbewerb ist erlaubt, der Junge mit einem Spitzenwert von 6,7 darf stolz sein, aber die anderen auch.
„Es geht in erster Linie um den Spaß am Sport“, betont Klinkert. Nebenbei gibt’s wertvolle Profi-Tipps für die zum Teil in Fußballvereinen aktiven Kids – und einen kleinen Push in Sachen gesunde Lebensweise...
„Wir sind seit zwanzig Jahren unterwegs, gehen an Schulen von der Grund- bis zur Berufsschule“, erklärt Witeczek das Erfolgskonzept. „Bei der aktuellen Tour sind wir in 37 Grundschulen, trainieren rund 3 200 Kinder!“
Anne Heck, Schulleiterin der KGS Uedding, erlebt das Training mit den Profikickern als eine motivierende Ergänzung zum Sportunterricht. „Es ist nochmal was Anderes, wenn jemand von außen etwas Sportliches mit den Schülern macht“, erklärt sie und berichtet von einem Schüler, der sonst eher zurückhaltend sei, aber bei dem Training „zeigen wollte, was er kann“.
Das Training an diesem Tag ist schnell vorbei, aber ein guter Anstoß, mehr Sport zu treiben, vielleicht auch einem Verein beizutreten.