Neues Format, hehre Ziele und viele Projekte Jugendförderung – der Plan der Pläne

Mönchengladbach · Der Jugendhilfeausschuss hat am Mittwoch den Kinder- und Jugendförderplan für die Jahre 2025 bis 2030 diskutiert und beschlossen. Erstmals soll er als hybrides, „lebendes“ Format daherkommen, das heißt aktualisierbar, weil bei der Kinder- und Jugendhilfe viele Hände – vom Jugendamt über Träger und Einrichtungen bis zu Ehrenamtlern – an einem Strang ziehen.

Haben einen Plan für die Kinder- und Jugendförderung (v.l.): Sebastian Dreyer, Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit, Heike Kox, Bezirksjugendpflegerin, Rebekka Motte, Koordinatorin im Bereich Jugendhilfeplanung, und Klaus Röttgen, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie.

Foto: Petra Käding

Der erstmals hybride, das heißt laufend anpassbare Förderplan ist kein in Stein gemeißelter Plan inklusive festgelegter Fördergelder und schon gar kein „Dokument für die Schublade“, wie Bezirksjugendpflegerin Heike Kox erklärt, sondern eher ein demokratisch mit den Kooperationspartnern und der Zielgruppe erarbeiteter roter Faden, der als „gemeinsamer Korridor für die vielen Menschen, die im Bereich Kinder- und Jugendförderung tätig sind, dienen soll“, erklärt Klaus Röttgen, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie, und macht auf die verschiedenen Arbeitsfelder der Kinder- und Jugendförderung aufmerksam: die offene und mobile Kinder- und Jugendarbeit, die Kinder- und Jugendarbeit im Verband (z.B. Pfadfinder, Kirchengemeinden), die Schulsozialarbeit, die Jugendsozialarbeit im Übergang Schule – Beruf sowie der erzieherische Kinder- und Jugendschutz.

Der Förderplan hält gemeinsame Ziele fest – von der sozialen Inklusion über digitale und MINT-Bildung bis zur besseren Vernetzung der Akteure. Die „Pläne hinter dem großen Förderplan“, also die verschiedenen Projekte, folgen – kleine wie große (O-Ton Kox: „Man kann auch über einen Abenteuerspielplatz Physik lernen.“), grundsätzlich an den Querschnittsthemen und der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen orientiert und – ganz wichtig – partizipativ.

Dass der Kinder- und Jugendförderplan an diesem Tag am Standort der Jugendwerkstatt „Kuhle 8“ vorgestellt wird, ist kein Zufall. Nicht nur findet dort zeitgleich ein „Tag der offenen Tür“ statt – die „Kuhle 8“ steht vor allem beispielhaft für ein erfolgreiches Projekt im Rahmen der Jugendberufshilfe, einem in dieser Zeit besonders wichtigen Teil der Jugendhilfe.

„Der Übergang von der Schule in den Beruf ist in Mönchengladbach eine große Herausforderung“, erklärt Sebastian Dreyer, Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit. „Da ist die ‚Kuhle 8‘ ein hervorragender Ansatz!“ Nur eine von vielen weiteren Herausforderungen, so Röttgen: „die Bildungbenachteiligung von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte ausgleichen.“

Bis 2030 kann der Kinder- und Jugendförderplan zeigen, was er kann. Der Anspruch ist hoch: Röttgen zitiert das afrikanische Sprichwort „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“ und sagt: „Das wollen wir machen!“