Der erstmals hybride, das heißt laufend anpassbare Förderplan ist kein in Stein gemeißelter Plan inklusive festgelegter Fördergelder und schon gar kein „Dokument für die Schublade“, wie Bezirksjugendpflegerin Heike Kox erklärt, sondern eher ein demokratisch mit den Kooperationspartnern und der Zielgruppe erarbeiteter roter Faden, der als „gemeinsamer Korridor für die vielen Menschen, die im Bereich Kinder- und Jugendförderung tätig sind, dienen soll“, erklärt Klaus Röttgen, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie, und macht auf die verschiedenen Arbeitsfelder der Kinder- und Jugendförderung aufmerksam: die offene und mobile Kinder- und Jugendarbeit, die Kinder- und Jugendarbeit im Verband (z.B. Pfadfinder, Kirchengemeinden), die Schulsozialarbeit, die Jugendsozialarbeit im Übergang Schule – Beruf sowie der erzieherische Kinder- und Jugendschutz.
Der Förderplan hält gemeinsame Ziele fest – von der sozialen Inklusion über digitale und MINT-Bildung bis zur besseren Vernetzung der Akteure. Die „Pläne hinter dem großen Förderplan“, also die verschiedenen Projekte, folgen – kleine wie große (O-Ton Kox: „Man kann auch über einen Abenteuerspielplatz Physik lernen.“), grundsätzlich an den Querschnittsthemen und der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen orientiert und – ganz wichtig – partizipativ.
Dass der Kinder- und Jugendförderplan an diesem Tag am Standort der Jugendwerkstatt „Kuhle 8“ vorgestellt wird, ist kein Zufall. Nicht nur findet dort zeitgleich ein „Tag der offenen Tür“ statt – die „Kuhle 8“ steht vor allem beispielhaft für ein erfolgreiches Projekt im Rahmen der Jugendberufshilfe, einem in dieser Zeit besonders wichtigen Teil der Jugendhilfe.
„Der Übergang von der Schule in den Beruf ist in Mönchengladbach eine große Herausforderung“, erklärt Sebastian Dreyer, Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit. „Da ist die ‚Kuhle 8‘ ein hervorragender Ansatz!“ Nur eine von vielen weiteren Herausforderungen, so Röttgen: „die Bildungbenachteiligung von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte ausgleichen.“
Bis 2030 kann der Kinder- und Jugendförderplan zeigen, was er kann. Der Anspruch ist hoch: Röttgen zitiert das afrikanische Sprichwort „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“ und sagt: „Das wollen wir machen!“