Mehr Investitionen und weniger Insolvenzen in 2025 Wirtschaftsstandort entwickelt sich positiv

Mönchengladbach · Mit fast 75 Prozent Ja-Stimmen für die Olympia-Bewerbung KölnRheinRuhr im Rücken, eröffnete OB Felix Heinrichs als Vorsitzender des Aufsichtsrates die Jahrespressekonferenz der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach (WFMG). Dieses deutliche Votum sei auch ein starkes Signal für Mönchengladbach als Wirtschaftsstandort.

Eine durchaus positive Bilanz der WFMG für das zurückliegende Geschäftsjahr präsentierten (v.l.) Felix Heinrichs, Friedhelm Lange, Stefan Anspach, Dr. Ulrich Schückhaus und Günes Somtürk.

Foto: Markus Rick (rick)

Die Zahlen, Daten und Fakten des Geschäftsjahres 2025 stellten anschließend Dr. Ulrich Schückhaus, Vorsitzender der Geschäftsführung, die beiden Geschäftsführer Stefan Anspach und Friedhelm Lange sowie die Prokuristin Günes Somtürk vor. Für Schückhaus war es übrigens die letzte Jahrespressekonferenz – er wird nach 27 Jahren WFMG zum 30. Juni in den Ruhestand gehen.

Die deutsche Wirtschaft hangele sich von einer ökonomischen Krise zur nächsten, dennoch hätten sich einige wichtige Kennzahlen in der Stadt 2025 positiv entwickelt. Die Firmeninsolvenzen waren mit - 7,5 Prozent in Mönchengladbach rückläufig gegenüber einem Anstieg in NRW von + 13,6 Prozent. Auch die örtliche Industrie wies ein leichtes Umsatzplus von + 2,9 Prozent gegenüber 2024 auf, während sich die Umsätze im IHK-Kammerbezirk (- 2,9 Prozent) und im NRW-Schnitt (- 2,5 Prozent) negativ entwickelten. „In Mönchengladbach sind viele Firmen stabil, sowohl Mittelständler als auch große Player, das Resultat konsequenter Wirtschaftspolitik und strategisch fundierter Arbeit der WFMG“, betonte Heinrichs.

Dr. Ulrich Schückhaus untermauerte dieses Fazit mit weiteren Zahlen: In der WFMG-Bilanz für 2025 stehen unter anderem 21 Neuansiedlungen von Firmen, elf Gründungen, 14 Expansionen und sechs Bestandssicherungen. 546 Arbeitsplätze wurden neu geschaffen bzw. konnten gesichert werden. Elf durch die WFMG begleitete Projekte lösten über das Regionale Wirtschaftsförderprogramm (RWP) ein Investitionsvolumen von 10,9 Mio. Euro aus, bei 3,5 Mio. Euro an öffentlichen Zuschüssen. „Wir haben beste Förderbedingungen, das macht Mönchengladbach attraktiv für Unternehmen, die sich hier ansiedeln wollen“, so Schückhaus. „Für uns ist es von zentraler Bedeutung, diesen Wettbewerbsvorteil auch über die aktuelle Förderphase hinaus ab 2028 zu sichern“, ergänzte Stefan Anspach.

Den höchsten jemals zur Jahresmitte gemessenen Wert gab es bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen: Zum Stichtag 30. Juni 2025 lag er bei 105 796 – Tendenz steigend und ein Plus von 1 000 gegenüber dem Wert des Vorjahres. Die meisten Stellen (21 204 / + 394) gab es im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen, während Dienstleistungen (- 747) und Handel (- 415) leichte Verluste verzeichneten. Relativ stabil erwies sich das verarbeitende Gewerbe mit 13 549 Stellen.

Das Anregen von privaten und öffentlichen Investitionen in den Standort ist eine der strategischen Leitlinien der WFMG. Weitere Ziele sind die Stärkung der Innovations- und Leistungsfähigkeit von Bestandsunternehmen, die langfristige Sicherung der Arbeits- und Fachkräfteverfügbarkeit durch gute Ausbildung und Karriereperspektiven, das Schaffen und Erhalten hochwertiger Arbeitsplätze mit überdurchschnittlichem Wertschöpfungs- und Einkommenspotenzial sowie die Förderung von Gründung und potenzialstarken Startups.

In allen Feldern seien wichtige Wegmarken erreicht bzw. Erfolge erzielt worden, wie Günes Somtürk und Friedhelm Lange ausführten. Beispielhaft nannten sie hier den Start des Strukturwandelprojekts Textilfabrik 7.0, den Glasfaserausbau oder die Entwicklung des Trabrennbahn-Geländes über das Landesprogramm Go4Gewerbe. Hierfür soll Mitte des Jahres der Förderantrag gestellt werden. In Kooperation mit dem Flughafen MGL sollen bis zu 1000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Ferner wurde mit „CollecTS“ ein neues Projekt zur besseren Verwertung von Alttextilien lanciert. Zudem wurde, etwa beim Comedy-Recruiting-Format „Ich lach‘ mich Job“, das Angebot in der Fachkräftenachwuchsförderung erweitert – was die zentrale Rolle der WFMG in diesem Bereich unterstreicht.

In der WFMG-Bilanz für 2025 stehen des Weiteren 15 000 Quadratmeter an verkaufter Gewerbefläche mit Umsätzen in einer Gesamthöhe von über 2,7 Millionen Euro, 5 438 Quadratmeter vermarktete Gewerbefläche im neuen Gewerbegebiet an der Käthe-Höffkes-Straße sowie 6 150 Quadratmeter an veräußerter Gewerbefläche für Neubauvorhaben im Businesspark Nordpark. Kremer Legal Tech aus Köln, das dieser Tage seinen Umzug auf 520 Quadratmeter im Neubau am Rheydter Hauptbahnhof vollzieht, ILOQ Deutschland (300 Quadratmeter im Feies-Campus im Nordpark) und Detectamet (rund 1 000 Quadratmeter Hallenfläche im Regiopark) stachen unter den erfolgreichen begleiteten Ansiedlungen heraus.