Konkret erweitert das Sanitätshaus Hündchen seine Flächen an der Marktstraße 33 um die angrenzende Immobilie an der Hauptstraße 46. Die ehemals von Takko genutzte, aber seit über 18 Jahren leerstehende Fläche liegt unmittelbar auf der Rückseite des bestehenden Geschäfts und kann daher über einen Durchgang mit diesem verbunden werden. Die Expansion ermöglicht dem Sanitätshaus den Ausbau der Bereiche Rehabilitationstechnik und Orthopädietechnik in Form einer offenen Werkstatt, die von der Hauptstraße aus einsehbar sein wird.
Bei der Suche nach geeigneten Expansionsmöglichkeiten war den Geschäftsführern Dagmar Brücher und Arno Zemlicka besonders wichtig, in der Rheydter Innenstadt zu bleiben: „Wir lieben Rheydt und hängen an Rheydt.“ Orthopädie-Techniker-Meister Zemlicka sieht in dem Vorhaben zugleich eine Chance für die Rheydter Innenstadt: „Handwerk und Fachhandel können eine wichtige Rolle dabei spielen, innerstädtische Handelsflächen neu zu denken. Das wiederum kann sich positiv auf den Leerstand auswirken und Handwerksleistungen für Kunden leichter zugänglich machen.“
Die WFMG hat Hündchen bereits seit 2023 bei dem Expansionsvorhaben engmaschig begleitet. Dazu gehörte die Beratung zu Fördermöglichkeiten: Die Investition wird über die so genannte GRW-Förderung unterstützt. „Ziel dieses Programms ist es, durch Zuschüsse die Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in strukturschwachen Regionen zu stärken“, sagt Jan Herting, Fördermittelexperte der WFMG.
„Im Fall von Hündchen haben wir es nun mit einer ganz besonderen Konstellation zu tun. Denn erstmals ist es uns gelungen, eine Förderung für produzierendes Gewerbe in einer klassischen Innenstadtlage umzusetzen und gleichzeitig einen langjährigen Leerstand zu aktivieren. Damit zeigen wir, dass GRW nicht nur in Gewerbegebieten wirkt, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur funktionalen Stärkung und Belebung unserer Innenstädte leisten kann“, so Herting.
Das Sanitätshaus Hündchen ist ein traditionsreicher Meisterbetrieb im Gesundheitswesen. Neben dem klassischen Sanitätshaus-Angebot umfasst das Spektrum auch die Bereiche Rehabilitation und Pflege, Orthopädietechnik sowie Mode. Die hauseigene Meisterwerkstatt für die Herstellung orthopädietechnischer Hilfsmittel, bislang im Keller der Marktstraße 33 untergebracht, soll künftig in den neuen Räumen an der Hauptstraße 46 ergänzt werden. Der Umbau soll voraussichtlich im Sommer diesen Jahres abgeschlossen sein. Der Haupteingang bleibt an der Marktstraße 33.
Dagmar Brücher betont, wie wichtig es sei, in einem solchen Prozess eine positive Einstellung zu bewahren und sagt: „Man soll seine Träume verwirklichen und dranbleiben“. Zugleich appellieren die Geschäftsführer an andere Unternehmerinnen und Unternehmer und Handwerksbetriebe, aktiv „etwas dafür zu tun, dass sich das Stadtbild positiv entwickelt“. Wichtig seien aus ihrer Sicht etwa die Förderung von Handwerksbetrieben, die Aufrechterhaltung des Wochenmarktes, behindertengerechte Parkplätze, eine erweiterte Ladezone und angepasste Ladezonenzeiten.