Der Mönchengladbacher KarnevalsVerband bekommt einen neuen Vorsitzenden Einmal Karnevalist, immer Karnevalist

Mönchengladbach · Einmal Karnevalist, immer Karnevalist, auch wenn für Gert Kartheuser der Abschied als Vorsitzender im Mönchengladbacher KarnevalsVerband (MKV) naht. Auf der Jahreshauptversammlung am 20. Mai möchte er das Amt an Hermann Schnitzler abgeben.

Am 20. Mai ist Schluss. Gert Kartheuser tritt nicht mehr zur Wahl des MKV-Vorsitzenden an.

Foto: Andreas Baum

Bei Gert Kartheuser schwingt Wehmut mit: „Es waren wunderschöne Jahre, in denen ich viel gelernt habe“, erzählt der MKV-Vorsitzende, der nach acht Jahren nun nicht mehr kandidieren möchte. Sein bisheriger Stellvertreter Hermann Schnitzler sei immer sein Wunschkandidat gewesen. Einer, auf den man sich verlassen kann; einer, der – genau wie die anderen Vorstandsmitglieder – immer mitzieht. „Sonst ist das Pensum vor, während und nach einer Session kaum zu schaffen.“

Die Entscheidung, es karnevalistisch ruhiger angehen zu lassen, hat Gert Kartheuser gemeinsam mit seiner Frau Jutta im vergangenen Jahr getroffen. „Da bin ich 77 Jahre alt geworden, und 7 x 11 Jahre sind doch ein schönes Alter, um den MKV-Vorsitz abzugeben“, sagt er. Dass die letzte Session mit dem amtierenden Prinzenpaar Marc und Janine so fantastisch gelaufen sei, „ist für mich der krönende Abschluss“. Jetzt seien Jüngere dran.

Der Abschied fällt ihm nicht leicht: „Das Präsidium hat versucht, mich zu überreden, noch ein oder zwei Jahre weiterzumachen, mir aber auch gleichzeitig für meine Entscheidung Respekt gezollt. Mehr kann ich mir doch nicht wünschen“, betont Gert Kartheuser nicht ohne Stolz. Die kommende Session will er gemeinsam mit Ehefrau Jutta in aller Ruhe genießen. „Wir picken uns das eine oder andere heraus und freuen uns, eine Veranstaltung vom Anfang bis zum Ende miterleben zu können“ – ohne Hektik und ohne Terminstress.

Vier Herzensprojekte habe er vor acht Jahren mit in seine Amtszeit gebracht: eine neue Wagenbauhalle für die Mönchengladbacher Karnevalsgesellschaften in Betrieb nehmen, einen MKV-Vorstand auf die Beine stellen, der mit anpackt und sich deutlich verjüngt präsentiert, und neue Hauptsponsoren finden. Letzteres habe ihm immer viel Spaß gemacht; Kontakte knüpfen und pflegen – eine Aufgabe, die er sich auch noch im „MKV-Ruhestand“ weiter vorstellen könnte. „Ich will mich nicht aufdrängen, aber wenn das Präsidium das möchte, mache ich das gerne weiter“, betont Gert Kartheuser.

„Weitermachen“ gilt auch für das „Narrennest“, die neue Wagenbauhalle in Giesenkirchen; damals ein existenzielles Thema für die Zukunft des Karnevals in der Stadt und für den Veilchendienstagszug. „Das Haus steht, der Ausbau läuft. Vier Hallen haben wir, die fünfte könnten wir platzmäßig gut gebrauchen. Das wäre doch ein schönes Abschiedsgeschenk für mich“, sagt Gert Kartheuser schmunzelnd.

Was er sich für die Zukunft wünscht? „Mehr junge Leute für den Karneval begeistern.“ Ganz toll sei aktuell die Entwicklung bei den Kindertanzgruppen, „aber dann kommt das Alter mit 16, 17 Jahren, wo Karneval nicht mehr cool ist. Hier muss man die jungen Leute abholen, um sie nicht ganz zu verlieren.“ Wichtig sei es auch, offen für neue Ideen zu sein, „weil der Karneval sich verändert hat“. Andere Veranstaltungsformate seien gefragt, aber auch steigende Kosten zum Beispiel bei Saalmieten oder Künstlergagen würden zum Umdenken zwingen. Auch die mögliche Fusion von Karnevalsgesellschaften dürfe kein Tabu-Thema mehr sein, wenn es um deren Fortbestand ginge. Sein Fazit: „Ich bin nicht pessimistisch, was die Zukunft angeht. Karneval kommt vom Herzen her, deshalb wird es den Karneval immer geben, aber eben anders.“