1936, also vor genau 90 Jahren, rollte der erste Veilchendienstagszug durch Mönchengladbach. 9 x 10 Jahre sind zwar kein karnevalistisches Jubiläum im eigentlichen Sinne, gefeiert wird aber trotzdem, denn: „Gladbach ist als jecke Welt ... allerbestens aufgestellt“. Und das zeigt sich wieder am morgigen 17. Februar, wenn ab 13.11 Uhr der VDZ durch die Straßen der Vitusstadt rollt. 5 583 Meter gute Laune, bunt kostümierte Fußgruppen, liebevoll dekorierte Wagen, Stimmungsmusik und Kamelle satt.
Zum Jubiläum des Veilchendienstagszuges kündigt der Mönchengladbacher KarnevalsVerband (MKV) auch einige Neuerungen an: Unter anderem gibt es auf dem Sonnenhausplatz und auf dem Europaplatz zwei Hotspots für die Zuschauerinnen und Zuschauer. Auf diesen beiden Plätzen wird dem jecken Volk so einiges geboten, damit vor, während und nach dem Zoch kräftig gefeiert werden kann.
Der neue karnevalistische „Place to be“ am Sonnenhausplatz wird in Kooperation mit dem Minto betrieben, denn das Shoppingcenter feiert sein elfjähriges Bestehen. Hier gibt es ein unterhaltsames VDZ-Vorprogramm mit Interviews, Kapellen, DJ, Essen und Trinken. Es moderieren Torsten „Knippi“ Knippertz, Stadionsprecher von Borussia Mönchengladbach, und Hermann Schnitzler, stellvertretender Vorsitzender des MKV. Der Hotspot Europaplatz lädt zum Verweilen nach dem Veilchendienstagszug ein – mit Musik, Getränke- und Verpflegungsständen und Toilettenanlagen.
Ein beliebter Treffpunkt ist auch in diesem Jahr wieder der Alte Markt mit seinen drei Tribünen und Moderator Frank Nießen (Radio 90,1). Hier gibt es ein weiteres Jubiläum zu feiern: zehn Jahre Blindenreportage in Mönchengladbach. MKV, Borussia Mönchengladbach und der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeiten Hand in Hand, um blinden und sehbehinderten Menschen den Veilchendienstagszug näherzubringen. „Das ist gelebte Inklusion im Karneval“, freut sich Ellen Petri, die das Projekt ins Leben gerufen hat.
Die Stadionreporter Marc-Sidney Rahmel, Thomas Hörkens und Stefan Birkenstock beschreiben die Gruppen und Wagen bis ins kleinste Detail – die Sehbehinderten hören die Zugbeschreibung über drahtlose Empfangsgeräte und Kopfhörer. Das Angebot (vor der Filiale der Sparkasse) ist kostenfrei; wenn möglich wird um Anmeldung per E-mail an karneval-fuer-alle@lvr.de, Betreff „Veilchendienstagszug“, gebeten.
Um das Organisatorische rund um den VDZ kümmert sich seit 20 Jahren Thomas Platzer (MGMG und MKV-Zugleitung), der schon seit Sommer über Sicherheitskonzept, Zugaufstellung, Baustellenplänen etc. sitzt, damit morgen alles reibungslos über die Bühne geht. Die nackten Zahlen sind auch in diesem Jahr wieder beeindruckend: 4 500 Teilnehmende, 30 Karnevalsgesellschaften, 82 Festwagen, 43 Bagagewagen, 85 Fußgruppen, 17 Kapellen und zwei Reitergruppen – über 5,5 Kilometer geballter Frohsinn. Als Gäste kann der MKV wieder eine Abordnung aus Teneriffa und eine aus Roermond mit Bürgermeisterin Yolanda Hoggtanders begrüßen. „Außerdem werden wir bei den Motiven der Wagen wieder etwas politischer“, verrät Thomas Platzer.
Start ist wie gewohnt um 13.11 Uhr auf der Lüpertzender Straße, allerdings endet der Zug diesmal am Europaplatz, wo auf der After-Zoch-Party direkt weitergefeiert werden kann. Auch die Zugreihenfolge hat sich gegenüber dem Vorjahr etwas verändert: „Wir haben den Kinderkarneval mit dem Stadt-Kinderprinzenpaar weiter nach vorne genommen, um den Zuschauern zwischendurch mehr Highlights bieten zu können“, erklärt Thomas Platzer.
Entlang der Strecke sorgen rund 175 Helferinnen und Helfer für die medizinische Versorgung der Besucherinnen und Besucher, und das größtenteils ehrenamtlich. Dafür sind Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr, ASB, DRK, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst, THW und Notfallseelsorge von früh bis spät im Einsatz. Frauen und Mädchen, die sich unwohl oder belästigt fühlen, können sich niederschwellig mit dem Code „Luisa ist hier“ an alle Ordner und Einsatzkräfte wenden, um sofortige Hilfe zu bekommen.