Dexter macht einen freudigen Satz aus dem Polizeiwagen. Die Beschreibung von „Herrchen“, Polizeihauptkommissar Markus Plum, trifft zu: „Dexter ist wie ein Flummi“, sagt er. „Ungestüm, mit großem Bewegungsdrang und Spieltrieb.“ Nichts für Hundeanfänger also, oder für Menschen, die einen „gemütlichen“ Hund haben wollen – aber eben genau richtig für eine Karriere in der Diensthundstaffel der Polizei. „Genau das brauchen wir“, sagt Ingrid Oellers, Leiterin der Diensthundstaffel der Polizei Mönchengladbach, die inzwischen zehn vierbeinige Energiebündel (plus zwei Welpen aus der landeseigenen Diensthund-Zucht in Schloss Holte-Stukenbrock) zählt – bis auf Rottweiler „Muffin“ und die Holländische Schäferhündin „Cleo“ ausnahmslos Belgische Schäferhunde wie Dexter. „Die haben einen starken Suchtrieb, man kann ihnen viel beibringen.“
Viel lernen muss der inzwischen knapp zweijährige Dexter auch noch. Seine erste Prüfung für den Diensthund-Einsatz hat er bereits mit Bravour bestanden. „Er hat Nerven gezeigt und bewiesen, dass er Spaß an der Arbeit hat“, so „Herrchen“ und Diensthundführer Markus Plum.
Jetzt begleitet Dexter erst einmal Herrchen und die achtjährige Sprengstoff-Spürhündin Cleo bei Einsätzen und lernt täglich dazu. Eine Spezialisierung zum Personenspürhund oder Spürhund für Banknoten, Datenträger/USB-Sticks, Sprengstoff oder Betäubungsmittel hat er noch nicht, die kommt später, je nachdem, wie er sich entwickelt. Wie alle Polizeihunde wird Dexter erst mal Schutzhund. Deren Aufgabe ist es in erster Linie, präventiv bei Einsätzen dabei zu sein, bei Fußballspielen oder Großdemonstrationen etwa. „Wo vielleicht junge Kollegen draußen nicht mehr den nötigen Respekt erfahren, ist das beim Hund anders“, so Plum. „Der Hund muss nicht mal eingesetzt werden. Allein seine Präsenz – wie übrigens auch die von Pferden – reicht dann schon.“
Obwohl Polizeihunde durchaus „sozial“ sind – Dexter lässt sich auch streicheln – Streichelhunde sind sie nicht. „Wir müssen schon mit der nötigen Portion Vorsicht in Einsätze gehen, auch mit etwas Misstrauen“, erklärt Plum. „Und das muss ein Polizeihund halt auch lernen: Es sind nicht alle Menschen lieb und da gibt es auch welche, die meinem Menschen oder mir Schaden zufügen wollen.“
Das Herz seines Herrchens hat Dexter schnell erobert. „Trotz seiner schlechten Erfahrung – er war in einer dunklen Box eingesperrt – war er von Anfang an ein sehr selbstbewusstes Kerlchen, sehr frei im Verhalten, sehr resilient. Und er hat sehr, sehr viel Freude am Training. Es ist das Allergrößte für ihn, gefordert zu werden und zu lernen. Das ist das Wichtigste, dass die Hunde wirklich Spaß daran haben!“
Hund sein darf Dexter natürlich auch. In seiner Freizeit geht’s zum Joggen mit Herrchen, auf Spielzeugsuche oder auch mit der erfahrenen Schnüfflerin Cleo auf die Couch. „Er darf zuhause schon so ziemlich alles“, verrät Plum augenzwinkernd, „nur nicht am Tisch betteln.“