Picknick auf der Wiese, im Hintergrund das Münster, Livemusik am Ufer des Geroweihers, von Ehrenamtlern handgenähte Wimpel, selbst gebastelte Taufkerzen: Das erste ökumenische Tauffest in Mönchengladbach vor zwei Jahren war mit 21 Täuflingen ein voller Erfolg. Und weil es allen so gut gefallen hat, gibt es das Angebot am Samstag, 13. Juni, gleich noch einmal. Ab 15 Uhr taufen dann wieder evangelische und katholische Pfarrerinnen und Pfarrer gemeinsam unter freiem Himmel. Motto heute wie damals: „Der Himmel geht über allen auf“.
„Wir wollten ein niederschwelliges Angebot machen“, sagt Pfarrerin Esther Gommel-Packbier, stellvertretende Vorsitzende des Stadtverbandes Evangelischer Kirchen in Mönchengladbach. Wer an der gemeinschaftlichen Taufe teilnimmt, hat ein wunderbares Ambiente, die Veranstalter sorgen für Kaffee, Kuchen und Musik und die Täuflinge und ihre Eltern stehen nicht alleine im Fokus vorne vor dem Altar, was dem einen oder anderen schon mal unangenehm ist. Doch es gibt auch andere Gründe, etwa der Wunsch, ökumenisch etwas zu bewegen. „Wir können im Bereich von Liturgie und Sakramenten viel mehr gemeinsam tun“, sagt Peter Blättler, Propst der Münster-Basilika. Er freut sich, dass das Bistum Aachen dem Angebot ausdrücklich zugestimmt hat.
„Auch für Paare, die ökumenisch geheiratet und ihre Kirchen gegenseitig anerkannt haben, ist diese Art Taufe für die Kinder perfekt“, sagt Stephan Dedring, Pfarrer der evangelischen Hauptkirche in Rheydt.
Man könnte jetzt meinen, die Taufe finde im oder mit dem Wasser des Geroweihers statt. Doch der Geroweiher bietet nur die schöne Kulisse. „Getauft wird mit sauberem Wasser aus vier Taufschalen am Ufer des Geroweihers“, sagt Annette Diesler, pastorale Mitarbeiterin der Bistums Aachen im Regionalteam Mönchengladbach.
Das Tauf-Angebot ist sehr besonders und in Deutschland äußerst selten. „Wir sprechen gezielt auch Menschen an, die nicht mehr den ganz engen Kontakt zur Kirche haben“, sagt Pfarrer Dedring. Und so ergeben sich auch sehr besondere Momente, etwa vor zwei Jahren die Spontantaufe der Mutter eines der Täuflinge (kleines Foto: Andreas Jütten).
Sollte am Tauftag der Himmel nicht nur über allen aufgehen, sondern auch noch seine Schleusen öffnen, so lädt Pfarrer Blättler in „sein“ Münster ein.