Mehrgenerationenspiele des regionalen Pflegenetzwerks Katharina Jung und Alt zusammen

Mönchengladbach · Zusammen geht was: Im Team gemeinsam balancieren, puzzeln oder kegeln – all das und noch einiges mehr konnten junge und alte Menschen bei den „Mehrgenerationenspielen“ des regionalen Pflegenetzwerks Katharina. Dabei stand das Miteinander der Generationen im Mittelpunkt – bereits zum 4. Mal.

Viel Spaß hatten die jungen und alten Teilnehmenden bei den Mehrgenerationenspielen des Pflegenetzwerks Katharina.

Foto: Pflegenetzwerk

Bei „4 gewinnt“ macht Edelgard Bayer niemand etwas vor. Gerade hat die 83-Jährige ihren Spielstein in den großen Rahmen gesteckt und damit vier blaue Steine in eine Reihe gebracht. Gewonnen! Da staunen auch ihre jungen Mitspielerinnen und Mitspieler. „Das spiele ich immer mit der Alltagsbegleiterin, daher weiß ich, wie es geht“, lacht die Bewohnerin des Wohn- und Pflegezentrums Hehn.

Edelgard Bayer („wie Leverkusen, nur nicht so viel Geld“) hat viel Spaß an diesem Vormittag auf dem Gelände der Paul Moor-Schule im Hardter Wald: „Das ist sehr abwechslungsreich hier“, sagt sie. Die Mehrgenerationenspiele setzen auf Mannschaftsaktivitäten. Sechs Spielstationen absolvieren die insgesamt rund 140 Teilnehmenden und ihre Begleiter aus 15 Pflegeeinrichtungen und der Paul Moor-Schule, der Förderschule des Caritasverbandes mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung. Im Pflegenetzwerk Katharina haben sich fünf katholische Träger von Altenhilfeeinrichtungen aus der Region zusammengeschlossen. Gemeinsam haben sie die Mehrgenerationenspiele vorbereitet, die von Jörg Frank (Paul Moor-Schule) moderiert werden.

„Jedes Team besteht aus Schülerinnen und Schülern, Mitarbeitenden der Einrichtungen und Seniorinnen und Senioren – also aus jungen, mittelalten und lebenserfahrenen Menschen, die ihre individuellen Fähigkeiten einbringen können“, erläutert Frank Polixa, Geschäftsführer des Caritasverbandes Region Mönchengladbach. Natürlich spielt die gerade stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft eine Rolle: Die sechs Teams sind nach Nationalmannschaften benannt. Deutschland ist vertreten, dazu die Gruppengegner Curacao, Ecuador und die Elfenbeinküste, außerdem Niederlande und Italien. Dass die Italiener gar nicht bei der WM dabei sind, stört hier niemanden.

Apropos Fußball: Auf dem Streetsoccer-Platz ist Hans Katz aus dem Team der holländischen Nachbarn gerade zur Höchstform aufgelaufen. Mit einem gezielten Kick aus dem Stand hat der 76-Jährige das Tor getroffen. „Wir haben die Niederlande ins Finale geschossen“, kommentiert Heike Pötter, Mitarbeiterin der Caritas-Tagespflege Korschenbroich, die Hans Katz zweimal in der Woche besucht. Der fußballbegeisterte Senior fühlt sich wohl in seinem Team. „Das harmoniert sehr gut mit den Kindern und Jugendlichen“, sagt er.

Für Melek Gündemir ist heute nicht nur wegen der Mehrgenerationenspiele ein ganz besonderer Tag: Sie feiert ihren 17. Geburtstag und hat sich schon sehr über das Ständchen gefreut, das ihr alle Teilnehmenden ganz am Anfang gesungen haben. „Es ist richtig schön hier, und wir haben ein tolles Team“, strahlt Melek. Am besten gefallen ihr die Kegel-Station und das Balancier-Brett, bei dem jeweils zwei Mitspielende versuchen, sechs Bälle auf einem Pappbrett in vorgestanzte Löcher zu bugsieren. Rund 20 Kinder und Jugendliche der Paul Moor-Schule sind an den Mehrgenerationenspielen beteiligt, sei es als Teilnehmende in den Teams oder an den Getränke- und Essensstationen. „Für unsere Schülerinnen und Schüler ist das heute ganz konkretes soziales Lernen“, sagt Schulleiterin Marion Middendorp.

Nach rund eineinhalb Stunden sind alle Spielstationen absolviert. Im Laubengang des Paul Moor-Ateliers stärken sich die Teilnehmenden mit kühlen Getränken und Snacks. Dann nehmen die beiden Einrichtungsleiter John Esser (Seniorenzentrum Haus Maria Frieden in Jüchen) und Marc Tedsen (Wohn- und Pflegezentrum Hehn) die Siegerehrung vor. Jeder Mitspieler erhält eine Urkunde und eine Medaille. Heute sind alle Gewinner.