Ach, übrigens... Krefelder Identität bewahren

Das Stadtwaldhaus ist mehr als nur irgendein Ausflugs­lokal. Es ist ein Stück Krefelder Stadtgeschichte. Generationen von Niederrheinern haben sich hier getroffen und gefeiert. Umso schmerzlicher ist die nun doch überraschende Nachricht, dass das Stadtwaldhaus ab 2028 für mindestens 18 Monate geschlossen werden muss.

Von Jörg Zellen

Foto: Marsha Glauch

Für viele Krefelder, erst recht für die Mitarbeiter, ist das ein echter Einschnitt.

Dass ein denkmalgeschütztes Gebäude nach Jahrzehnten umfassend saniert werden muss, überrascht nicht. Dass aber erst jetzt, während der Arbeiten festgestellt wird, wie groß die Mängel sind, irritiert schon. Und die Schließung hat Folgen, die weit über die Bauarbeiten hinausgehen. Mit dem Ende des Pachtvertrags verliert das Stadtwaldhaus seinen langjährigen Betreiber. Ein Wirt, der den Ort geprägt hat, wird nach der Sanierung nicht zurückkehren. Das lässt sich nicht einfach mit einem neuen Pächter ersetzen.

Jetzt steht die Stadt in der Verantwortung. Die Sanierung darf sich nicht über Jahre hinziehen. Krefeld kann es sich nicht leisten, eines seiner bekanntesten Ausflugsziele zu einer Dauerbaustelle verkommen zu lassen. Die Bürger erwarten zu Recht einen klaren Zeitplan, Transparenz und den festen Willen, das Stadtwaldhaus wieder mit Leben zu füllen.

Ach, übrigens: Gebäude kann man sanieren. Tradition, Gastfreundschaft und ­Atmosphäre lassen sich dagegen nicht beliebig wiederherstellen. Deshalb sollte die Schließung nicht nur als Bauprojekt verstanden werden, sondern als Verpflichtung, ein Stück Krefelder Identität für kommende Generationen zu bewahren.