Die finanzielle Lage der Stadt ist mehr als kritisch, der eingeschlagene Kurs überzeugt die Aufsichtsbehörde in Düsseldorf nicht. Nun verhängte der Kämmerer eine Haushaltssperre.
Dass Krefeld Mitte Juli immer noch ohne einen Haushalt dasteht, ist erbärmlich. Natürlich kann man argumentieren, dass Sorgfalt oberstes Gebot sein muss, dass Zahlen stimmen müssen. Alles richtig. Aber irgendwann wird aus Sorgfalt Unentschlossenheit. Und aus Unentschlossenheit wird ein politisches Signal - eines, das in diesen Zeiten niemand gebrauchen kann.
Die Bürger erwarten zu Recht, dass ihre gewählten Vertreter handeln. Gerade wenn es unbequem wird. Gerade wenn Einschnitte drohen. Wer Verantwortung übernimmt, muss auch den Mut haben, Entscheidungen zu treffen und sie zu vertreten. Die Verschiebung wirkt wie ein Griff nach dem Kalender statt nach der Lösung.
Krefeld hat sich in den vergangenen Jahren zu oft daran gewöhnt, schwierige Themen in die nächste Sitzung, den nächsten Ausschuss oder die nächste Haushaltsrunde zu schieben. Doch aus aufgeschobenen Entscheidungen entstehen keine ausgeglichenen Finanzen.
Ach, übrigens: Ein Haushalt ist mehr als ein Zahlenwerk. Er ist das politische Versprechen, wie eine Stadt ihre Zukunft gestalten will. Wer dieses Versprechen immer wieder vertagt, riskiert, dass am Ende andere entscheiden. Krefeld braucht jetzt keinen Aufschub mehr. Krefeld braucht Führung.