Wann haben Sie erfahren, dass das Stadtwaldhaus nun doch für mindestens 18 Monate geschlossen werden muss?
Helmut Lang Es gab im April ein Treffen mit den entscheidenden Personen der Stadt. Da hat man mir das erste Mal mitgeteilt, dass die Sanierungsmaßnahmen deutlich länger dauern werden als ursprünglich geplant und dass das Gebäude für anderthalb Jahre geschlossen werden müsste.
Wie war Ihre erste Reaktion darauf?
Lang Das kann ich so gar nicht sagen. Aber für mich stand direkt fest, dass ich nach dieser Schließung nicht mehr als Pächter zur Verfügung stehen würde. Ich war schon irritiert, dass die ursprüngliche Absprache – also eine Sanierung im laufenden Betrieb und eine dreimonatige Schließung in den Wintermonaten – nicht mehr möglich sei.
Können Sie das nachvollziehen?
Lang Kein Kommentar.
Hätte es auch Ihrer Sicht eine Alternative gegeben?
Lang Kein Kommentar.
Man spürt schon, dass der Frust groß ist.
Lang Wenn eine Stadt der Ansicht ist, dieses Gebäude schließen zu müssen, und damit in meinen Betrieb eingreift, dann kann ich das nicht positiv aufnehmen. Immerhin habe ich sehr viele Mitarbeiter, die seit Jahrzehnten bei mir sind und die mit mir alle Höhen und Tiefen erlebt haben.
War Ihre Entscheidung denn alternativlos?
Lang Ein Haus wie dieses hat eine Buchungsvorlaufzeit von zwei Jahren. Und es gibt mir ja niemand eine Garantie, dass die Sanierung nach 18 Monaten abgeschlossen ist. Also hätten wir keine Veranstaltungen annehmen können. Der Betrieb wäre wirtschaftlich nicht tragbar gewesen. Immerhin reden wir von einem Umsatz von 50 Prozent, der im Innenbereich erzielt wird. Wir haben pro Jahr um die 200 Veranstaltungen im Haus. Diese bilden das wirtschaftliche Rückgrat des Unternehmens.
Was bedeutet das Stadtwaldhaus für Sie persönlich?
Lang Es ist eine Herzensangelegenheit. 36 Jahre habe ich dieses Haus nach vorne gebracht. Es ist ein einmaliges Ensemble an Gastronomie.
Gibt es schon Pläne, was dann ab dem 1. Januar 2028 passiert?
Lang Ich möchte das Haus bis zum letzten Tag ordentlich betreiben, gemeinsam mit meinen Mitarbeitern. Pläne habe ich noch nicht, dafür ist alles noch zu frisch.
Wie haben die Mitarbeiter reagiert?
Lang Ich habe alle in persönlichen Gesprächen informiert, ehe die Stadt es bekannt gab. Hier geht es ja auch um einzelne Schicksale. Das ist schon ein erheblicher Einschnitt für viele Mitarbeiter.
Worauf blicken Sie mit besonderem Stolz zurück?
Lang (strahlt) Umstellen1. Gäste
Ja, auf die fantastische Leistung meiner Mitarbeiter. So ein Haus kann man nur mit einem wirklich tollen Team führen. Aber auch unsere Gäste möchte ich nicht vergessen. Wir hatten wunderbare Feste, Hochzeiten, Betriebsfeiern. Es war eine großartige Zeit mit 250.000 bis 350.000 Gästen pro Jahr.
Was werden Sie am meisten vermissen?
Lang Das kann ich jetzt noch gar nicht sagen. Derzeit arbeite ich sieben Tage die Woche, es fehlt an der Zeit, darüber nachzudenken.
Was wünschen Sie dem Stadtwaldhaus für die Zeit nach der Sanierung?
Lang Einen neuen Pächter zu haben, der das Haus in bewährter Manier weiterführt, und einen Ort zu schaffen, der der Vielzahl der Gäste eine Heimat gibt. Das Stadtwaldhaus ist in der Mitte der Krefelder Gesellschaft verankert und ein wichtiger Beitrag für das gesellschaftliche Leben in der Stadt.
Was rufen Sie Ihren vielen Gästen zum Abschied zu?
Lang Danke für die wunderbare Zeit.
Werden Sie zum Abschluss feiern?
Lang Es wird eine letzte große Personal-Weihnachtsfeier mit meinen tollen Mitarbeitern geben.
Das Gespräch führte Jörg Zellen, Gesamtredaktionsleiter des Extra-Tipp am Sonntag.