Känguru Outback im Zoo Krefeld eröffnet Ein Stück Australien im Zoo

Krefeld · Ein Stück Australien mitten in Krefeld. Mit einem fröhlichen Fest eröffnete der Zoo Krefeld nach 16 Monaten Bauzeit das Känguru Outback.

Freue sich über die Eröffnung des Känguru-Outbacks (von links): Zoodirektorin Stefanie Markowski, der frühere Vorsitzende der Zoofreunde, Friedrich Berlemann, sowie der frühere Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen.

Foto: samla.de

Im Mittelpunkt stehen die Grauen Riesenkängurus, die ihre neue Heimat bereits bezogen haben. Künftig werden auch Gelbfuß-Felskängurus und Emus das Outback bewohnen. Die Anlage eröffnet Besuchern neue Einblicke in das Leben australischer Tierarten. Diesen Aspekt hob Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer in seinem Grußwort besonders hervor: „Ein Besuch im Zoo ermöglicht allen Menschen die Begegnung mit Kontinenten und Tieren, die sie nicht persönlich besuchen könnten. Zudem fördert der Zoo maßgeblich den Erhalt von Pflanzen und Tieren.“

Zoodirektorin Dr. Stefanie Markowski hob die Bedeutung der Kängurus für den Zoo Krefeld hervor und dankte Ihrem Vorgänger Dr. Wolfgang Dreßen für die Idee einer Anlage, die Tierwelt, Landschaft und Pflanzen des Outbacks zusammenführt. Dreßen führt bis heute das Internationale Zuchtbuch für die Goodfellow Baumkängurus. Die fünf weiblichen Grauen Riesenkängurus zogen bereits zu Beginn der Woche in ihre neue Anlage ein. Sie gewöhnen sich derzeit an die neue Umgebung.

Der Einzug der weiteren Tierarten erfolgt schrittweise. Zunächst wird ein weiblicher Emu erwartet. Später folgt ein weiterer weiblicher Jungvogel. Für die bedrohten Gelbfuß-Felskängurus stimmt sich der Zoo mit dem Europäischen Zuchtbuch ab. Ein Termin für den Einzug steht noch nicht fest.

Das Tierhaus ist im Stil eines australischen Farmhauses errichtet worden. Eine umlaufende Veranda ermöglicht den Blick in den Innenbereich. Besucher können die Tiere auch bei schlechtem Wetter beobachten. Nicht einsehbare Bereiche bieten den Tieren Rückzug und Ruhe.

Die 1.500 Quadratmeter große Außenanlage verbindet die Bedürfnisse der Tiere mit den Erwartungen der Besucher. Ein Felsaufbau mit Höhlen und geschützten Bereichen bietet den Gelbfuß-Felskängurus Kletter- und Rückzugsmöglichkeiten. Die roten Steine stammen aus einem Steinbruch in der Pfalz. Sie wurden gezielt ausgewählt, um die Farben des australischen Outbacks aufzugreifen. Ein Teich bereichert den Lebensraum aller Tiere. Für die Emus dient er als Badeplatz. Die Anlage ist von drei Seiten einsehbar. Dadurch entstehen immer wieder neue Blickwinkel auf die Tiere.

Stefanie Markowski: „Ich danke dem ganzen Zooteam, insbesondere der Senior-Kuratorin Xenia Schirrmeister, aber auch den Kängurupflegerinnen Corinna Hamma und Yvonne Wicht für die Begleitung des Baus. Nur durch den herausragenden Einsatz des Gärtner und Handwerkerteams in den letzten Tagen konnte diese schöne Anlage fertiggestellt werden.“ Sie setzten große Teile des Projekts in Eigenleistung um.

Auch die Bepflanzung orientiert sich an Australien. Das Gärtnerteam des Zoos entwickelte das Konzept gemeinsam mit Fachleuten aus den Niederlanden. Im Mittelpunkt stehen verschiedene Eukalyptusarten. In mehreren Pflanzgruppen wachsen jeweils fünf unterschiedliche Sorten. Sie unterscheiden sich in Blattfärbung, Wuchs und Geruch. So vermittelt die Anlage auch die Vielfalt der australischen Pflanzenwelt.

Der Bau des KänguruOutbacks kostete rund 1,1 Millionen Euro. Die Finanzierung gelang fast vollständig durch Spenden. „Mein ganz besonderer Dank richtet sich an die Sparkasse und an die großartige Unterstützung zahlreicher Einzelspender der Zoofreunde, die den Bau der Anlage finanziell möglich machten“, hob Markowski hervor. Yvonne Brandt, erste Vorsitzende der Zoofreunde Krefeld, lobte den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft „Durch das unermüdliche ehrenamtliche Engagement der Zoofreunde konnten in den vergangenen Jahrzehnten 36 Bauprojekte im Zoo umgesetzt werden. Damit haben die Zoofreunde maßgeblich zur Entwicklung des Krefelder Zoos beigetragen“.

Ein besonderer Aussichtspunkt trägt den Namen Friedemann View. Er bringt Besucher und Kängurus auf Augenhöhe zusammen und eröffnet einen direkten Blick in die Anlage. Mit dem Namen würdigt der Zoo Friedrich R. Berlemann für seine sechzehnjährige ehrenamtliche Tätigkeit als erster Vorsitzender der Zoofreunde Krefeld und seinen Einsatz für die Entwicklung des Zoos. Strahlend nahmen Berlemann und seine Frau Brigitte den symbolischen Schlüssel für das „eigene“ kleine Stück Zoo entgegen: „Ich bin gerührt, das ein kleines Stück Zoo meinen Namen tragen darf. Das ist eine besondere Form der Anerkennung.“