„Move geht in die Stadt“, kündigt Krefelds Kulturbeauftragte Dr. Katharine Leiska an. Der Gang in die Fläche ist für das beliebte Tanzfestival nicht ganz freiwillig.
Bisher führten die Tanzcompagnien ihre modernen Tänze stets in der Fabrik Heeder auf. Doch dort ist eine der beiden Bühnen wegen Bauarbeiten nicht bespielbar.
Also ließ sich Organisatorin Dorothee Monderkamp etwas Neues einfallen: Die Aufführungen finden jetzt an acht verschiedenen Örtlichkeiten im ganzen Stadtgebiet statt. Das hat für die Zuschauer sogar den Vorteil, hochwertigen Tanz an ungewöhnlichen Plätzen zu erleben. Ein ganz besonderes Gefühl.
„Wir haben vier Tanzgruppen aus Nordrhein-Westfalen eingeladen“, schlägt Monderkamp das dicke Programmheft auf, „weitere drei Gruppen kommen aus anderen Bundesländern zu uns“. Überdies gibt es ein Rahmenprogramm mit Workshops, Gesprächsrunden und Mitmachaktionen. Das Heft liegt unter dem Titel „Move“ an öffentlichen Stellen aus.
Den Aufschlag macht am 26. September die „Cocoon Dance Compagnie“ aus Bonn. Sie tritt im Südbahnhof um 20 Uhr auf. Angetrieben durch die live gespielten Beats eines DJ verausgaben sich die drei Tänzer bis zur völligen Erschöpfung. Choreografin Rafaele Giovanola erhält für ihre künstlerischen Leistungen im Bereich zeitgenössischer Tanz den Deutschen Tanzpreis 2027.
Nach der Aufführung (ca. 45 Minuten) lädt die Compagnie das Publikum zum gemeinsamen Tanzen ein. Mitmachen ist angesagt.
Weiter geht das Festival am 30. September im alten Stadtbad an der Neusser Straße. Hier präsentiert um 20 Uhr unter dem Titel „Too strong for too long“ die Künstlerin Elsa Artmann aus Köln einen Solotanz. Es geht thematisch um Arbeits- und Liebesbeziehungen. Die Aufführung dauert 60 Minuten.
Im Anschluss führen die Tänzerin, die Psychologin Sonia Mikula und die Krefelder Gastronomin Anne Furth ein Gespräch zum Thema „Arbeit, Liebe und Fürsorge - Geschichten aus der Stadt“. Dabei wird auch das Publikum einbezogen. Die Zuschauer können auf Karten kurze Antworten auf Fragen zum Thema geben, die dann in das Gespräch einfließen.
Die letzte Vorstellung des Festivals ist am 31. Oktober. Dann erfolgt die Langzeitperformance über drei Stunden. Die ausführende Compagnie kommt aus Berlin. Veranstaltungsort ist das historische Klärwerk in Uerdingen. Die Zuschauer können während der Vorstellung kommen und gehen nach Gutdünken.
Besonders hervorhebenswert ist eine Veranstaltung am 24. Oktober. Um 11.30 Uhr und um 16 Uhr bewegen sich unter dem Titel „Techno Drift Krefeld - unsichtbare Stadt“ die Teilnehmer durch den städtischen Raum und folgen dabei den Impulsen des Augenblicks.
Diese und alle anderen - hier nicht genannten - Veranstaltungen des Festivals sind dem Flyer zu entnehmen, der öffentlich ausliegt. Das ganze Programm auch online unter www.move-krefeld.com oder www.krefeld.de/heeder
Kartenreservierung zu den Aufführungen (15 Euro, erm. 8,50 Euro) im Kulturbüro unter www.krefeld.de/kartenreservierung oder Tel.: 02151 - 86 48 48.
Es gibt auch ein Festivalticket für vier verschiedene Abendvorstellungen für 50 Euro, erm. 28 Euro.