Im Zoo Krefeld Nachwuchs bei Sumatra-Tigern

Krefeld · Gut dreieinhalb Jahre nach dem ersten Zuchterfolg im Krefelder Zoo haben Sumatra-Tiger-Katze Mau und Kater Leopold erneut Nachwuchs bekommen.

Fürsorglich: Sumatra-Tigerkatze Mau mit ihrem 13 Wochen altem Jungtier. Foto: Zoo Krefeld

Foto: Zoo Krefeld

Am 7. Juni brachte Mau drei Jungtiere zur Welt. Eines der Jungtiere starb bereits unmittelbar nach der Geburt. Bei einem zweiten Jungtier wurde ein Herzfehler festgestellt. Da es nicht lebensfähig war, entschieden sich Tierpfleger und Zootierärztinnen dazu, das Jungtier einzuschläfern. Der verbliebene junge Kater wird von seiner Mutter Mau liebevoll versorgt, nimmt auch bereits feste Nahrung zu sich.

Die Zusammenführung von Mau und Leopold hatte zwischen dem 25. Februar und 1. März stattgefunden. Dass diese erfolgreich war, zeigte sich einige Wochen später. Für Mau ist es der zweite Wurf. Bereits im November 2022 hatte sie drei Jungtiere zur Welt gebracht, von denen zwei erfolgreich aufgezogen wurden.

In den ersten Lebensmonaten hielt sich der junge Tiger ausschließlich mit seiner Mutter im Bereich hinter den Kulissen auf. In den kommenden Tagen soll er nun erstmals die Wurfhöhle und den rückwärtigen Bereich des Tigerhauses verlassen und für einzelne Stunden auch in die für Besucher einsehbare Außenanlage kommen.

Wann und wie lange er dort zu sehen sein wird, bestimmen Mau und ihr Jungtier selbst. Besucher brauchen daher zunächst etwas Glück, um einen Blick auf den jungen Tiger zu erhaschen.

Die Entwicklung des kleinen Katers wird engmaschig veterinärmedizinisch begleitet. Er wird regelmäßig gewogen, untersucht und erhält die notwendigen Impfungen. Mit seinen inzwischen rund 13 Kilogramm ist er bereits ein stattlicher Jungtiger. Vor seinen Tierpflegern versteckt er sich gerne, zeigt sich bei Untersuchungen und Behandlungen aber ausgesprochen ruhig und kooperativ.

Bis zum ersten Nachzuchterfolg von Mau und Leopold brauchten die Tierpfleger einen langen Atem. Die ersten Begegnungen der Großkatzen verliefen eher unharmonisch.

Mau zeigte sich zunächst abweisend gegenüber Leopold, der aus dem Naturzoo Rheine stammt und vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm als Partner ausgewählt wurde. Auch der junge Leopold musste zunächst lernen, wie man sich erfolgreich paart.

Im November 2022 kam schließlich der erste Nachwuchs des Paares zur Welt. Der aktuelle Wurf ist nun der zweite Zuchterfolg.

Alle Tigerarten sind in der Natur akut vom Aussterben bedroht. Im Zoo Krefeld lebt mit dem Sumatra-Tiger die kleinste Unterart der gestreiften Großkatze.

Auf Sumatra ist ihre Anzahl durch Lebensraumverlust, beispielsweise durch Palmölplantagen und Bejagung, unter anderem für die traditionelle chinesische Medizin, auf nur noch wenige hundert Tiere zusammengeschmolzen. Damit steht diese Katzenunterart kurz vor der Ausrottung.

Die Nachzucht der hoch bedrohten Sumatra-Tiger in Zoos im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms ist für die Schaffung einer Reservepopulation ein wichtiger Schritt zum Überleben der Tiger.

Zoos helfen dem Überleben dieser Art nicht nur durch den Aufbau einer Reservepopulation, sondern sind aktiv in den Artenschutz vor Ort involviert. So koordiniert die Zoological Society of London nicht nur das internationale Zuchtbuch dieser Art, sondern ist Mitbegründer der „WildCats Conservation Alliance“, welche zahlreiche Schutzmaßnahmen auf Sumatra koordiniert. Diese werden zu einem großen Teil aus Spenden von Zoos finanziert. Auch der Zoo Krefeld unterstützte jahrelang ein Projekt im Kerinci-Seblat-Nationalpark finanziell.

Neben der Arterhaltung in den Zoos ist auch die Wiederauswilderung von in Menschenhand geborenen Raubkatzen möglich. Ein Beispiel vor unserer Haustür ist etwa die gelungene Wiederansiedlung der europäischen Luchse und Wildkatzen in Deutschland. Auch bei weiteren Wiederansiedlungsprojekten arbeiten Zoos und Artenschutzorganisationen eng zusammen.

Wie diese Beispiele zeigen, findet die Zusammenarbeit der Zoos mit Artenschutzorganisationen längst statt – denn Zoos sind mit ihrem Expertenwissen gefragte Partner, wenn es darum geht, wie Tiere gehalten, nachgezüchtet, transportiert oder veterinärmedizinisch versorgt werden.

Informationen zu Artenschutzorganisationen, mit denen der Zoo Krefeld seit Jahren kooperiert, finden sich unter www.zookrefeld.de/artenschutz.

Der junge Sumatra-Tiger wird in den kommenden Tagen erstmals zeitweise für Besucher zu sehen sein. Einen festen Zeitpunkt dafür gibt es nicht. Wann er sich im einsehbaren Bereich aufhält, hängt von Mau und ihrem Jungtier ab.