„Wir möchten unsere Geschichten greifbar werden lassen“, lädt Esther Jansen zu einer ungewöhnlichen Mitmach-Aktion ein. Die Kulturbeauftragte des Vereins „Freischwimmer“, der das alte Stadtbad an der Neusser Straße wiederbelebt, plant den Aufbau eines „begehbaren Buchs“. In dem mannshohen Aufsteller aus Holz sollen die Teilnehmer ihre selbst geschriebenen Texte anheften und damit der Öffentlichkeit zugänglich machen.
Entstanden ist die Idee bei der letzten „Heimatwerkstatt“, als sich Menschen aus dem Quartier gegenseitig erzählten, was für sie Heimat und Nachbarschaft bedeutet.
Diesen Faden greift die neue Aktion auf. Dazu bieten die „Freischwimmer“ drei Schreib-Workshops an:
Der erste Workshop ist für Kinder von acht bis 12 Jahren gedacht und findet am 4. September ab 15.30 Uhr statt. In diesem Workshop hilft die Lyrikerin Wienke Treblin den Kids dabei, eigene Gedichte zu verfassen.
Am selben Tag steigt um 17 Uhr ein „Zine-Workshop“ für Erwachsene. Darin erstellt die Illustratorin Daria Tratinski mit den Teilnehmern handgeschriebene und selbst illustrierte Mini-Magazine zum Thema „Südstadt Foody“. Es geht um Essen, Gastronomie und Lebensmittel, die in der Südstadt vorzufinden sind.
Einen Tag später, am 5. September, beginnt um 11 Uhr ein Bastel-Workshop, in dem die Teilnehmer Buchhüllen aus Filz herstellen.
Und um 12 Uhr lädt Esther Jansen zu einem Schreibworkshop für Erwachsene zum Thema Alltagsphänomene ein. „Wir schreiben über unsere Lieblingsgegenstände, die wir im Alltag häufig übersehen“, erklärt die Autorin.
Zu diesen Workshops sind alle Interessierten aus der ganzen Stadt eingeladen. Doch ist eine Anmeldung erforderlich, unter der Adresse: www.rausgegangen.de/locations/startbad-krefeld
Dreh- und Angelpunkt der Gesamtaktion ist der Aufbau des „begehbaren Buches“ selbst. An diesem Bauworkshop kann sich jeder Interessierte ohne Anmeldung beteiligen. Er findet am 4. September ab 14 Uhr auf dem Gelände des alten Stadtbades statt. Unter Anleitung der Fachleute vom „Studio Formagora“ aus Münster setzen die Teilnehmer das Gestell in Form eines mannshohen Buches zusammen.
Das ganze Projekt wird vom NRW-Heimatministerium gefördert. Die Krefelder Firma Holz Roeren stellt das Material für das begehbare Buch zur Verfügung.
Das Projekt bildet einen weiteren Baustein, die Nachbarschaft in der Südstadt zu stärken. Es führt aber auch vor Augen, wie viel kulturelles Leben in der Südstadt vorhanden ist.