Der Krefelder Hof ist seit Jahrzehnten eines der bedeutendsten Hotels der Stadt und weit mehr als ein Ort zum Übernachten. Er ist Gastgeber für Generationen von Gästen, Treffpunkt für Unternehmen, Veranstaltungsort und ein Stück Krefelder Geschichte. Diese besondere Rolle soll der Krefelder Hof auch künftig wieder einnehmen. Die jetzige Betriebseinstellung bedeutet deshalb keinen Abschied vom Krefelder Hof, sondern markiert den Übergang in eine neue Entwicklungsphase. Im Rahmen des Projekts Krefelder Höfe soll das Hotel bis zum Jahr 2030 neu entstehen und anschließend wieder als eines der führenden Häuser der Region eröffnen.
„Wir haben in den vergangenen Monaten alles dafür getan, den Hotelbetrieb insbesondere mit Blick auf die anstehende Entwicklung der Krefelder Höfe aufrechtzuerhalten und gleichzeitig den Übergang in die Zukunft des Areals vorzubereiten. Gemeinsam mit unserem engagierten Team haben wir intensiv an diesem Zukunftsplan gearbeitet. Nun sind wir jedoch an einem Punkt angekommen, an dem die maßgeblichen Faktoren außerhalb unseres Einflussbereichs liegen“, erklärt Hoteldirektor Bart Vaesen.
Ausschlaggebend für die Entscheidung, den Pachtvertrag zu kündigen, sind für den Grundstückseigentümer zwei Gründe. Die ursprüngliche Planung sah vor, den Südturm abzureißen und das Haupthaus parallel weiter zu betreiben, sodass rund um den laufenden Betrieb mit kurzer Betriebsunterbrechung (ohne vollständige Einstellung) gebaut wird. Die im Zuge der Abbruchvorbereitungen festgestellten asbesthaltigen Bauteile im Südturm bringen nun mit sich, dass ein Rückbau bei laufendem Hotelbetrieb aus Gründen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes ausscheidet. Hinzu kommt das derzeit schwierige Marktumfeld für Hotelfinanzierungen in Städten wie Krefeld: Der als Convention- und Event-Hotel konzipierte Krefelder Hof ist im aktuellen Finanzierungsumfeld aktuell wenig gefragt, sodass Hotelprojekte dieser Ausrichtung als nicht finanzierbar gelten. In Verbindung mit der veränderten Wettbewerbssituation am Standort führt dies dazu, dass im Gegensatz zur Finanzierung der Wohnangebote am Standort, für die Hotel-Entwicklung aktuell keine Finanzierung abgeschlossen werden konnte. Das Management des Hotels bewertet die operative Leistungsfähigkeit des Krefelder Hofs hingegen deutlich positiver. Auf Basis der langjährigen Erfahrung am Standort sowie der stabilen Buchungslage wird die wirtschaftliche Perspektive des Hauses grundsätzlich als gegeben angesehen. Die Diskrepanz zwischen operativer Realität
und derzeitigen Bewertungsmaßstäben der Finanzierungsseite lässt sich jedoch kurzfristig nicht auflösen: Ohne gesicherte Finanzierung ist der Hotel-Projektteil im aktuellen Marktumfeld zum jetzigen Zeitpunkt nicht realisierbar – eine Entwicklung, die nicht beeinflussbar ist und die Betriebseinstellung zum jetzigen Zeitpunkt unumgänglich macht.
„Ich persönlich bedauere diese Entwicklung außerordentlich. Es war stets mein Ziel, einen nahtlosen Übergang zwischen dem traditionsreichen Hotel Krefelder Hof und der zukünftigen Entwicklung des Standorts hin zu den Krefelder Höfen zu schaffen. Diesen Übergang gemeinsam mit unserem Team zu gestalten, war und ist für mich eine persönliche Aufgabe. Umso schwerer fällt uns diese Entscheidung“, fügt Kip Sloane, Geschäftsführer des Krefelder Hofs, hinzu.
Besonders betroffen von der Betriebseinstellung sind die langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hotels. Ihnen gilt unser ausdrücklicher Dank für ihren außergewöhnlichen Einsatz, ihre Loyalität und ihre Verbundenheit mit dem Krefelder Hof. Gemeinsam arbeiten wir derzeit intensiv daran, möglichst vielen Fachkräften neue berufliche Perspektiven bei Unternehmen in der Region zu vermitteln.
Unabhängig von der Schließung des Hotelbetriebs wird die Entwicklung des Gesamtprojekts Krefelder Höfe wie geplant fortgeführt. Der Hotelbetrieb ist eine eigenständige betriebliche Einheit innerhalb des Gesamtareals. Die geplanten Nutzungen mit Kindertagesstätte, Seniorenresidenz und Pflegeangeboten werden planmäßig umgesetzt. Der Baustart erfolgt weiterhin im Jahr 2026.