Kaiser Wilhelm Museum Krefeld Schätze aus dem Kunstmagazin

Krefeld · Das Kaiser-Wilhelm-Museum hat in seiner Reihe „Sammlung in Bewegung“ drei Räume neu eingerichtet. Darin zeigt es Werke aus dem Magazin.

Präsentieren eine neu aufgestellte Installation im Kaiser-Wilhelm-Museum: (v.l.) Direktorin Katia Baudin, Sammlungsleiterin Dr. Magdalena Holzhey und die stellv. Direktorin Dr. Sylvia Martin.

Foto: Stadt Krefeld/Martin Kramer

Wer in den Sommerferien Langeweile hat, könnte einmal im Kaiser-Wilhem-Museum vorbeischauen. Zum Einen ist es in den Räumen herrlich kühl, auch wenn draußen die Hitzewelle noch toben sollte. Zum Anderen haben Direktorin Katia Baudin und ihr Team gleich drei Säle neu bestückt.

Der erste ist dem Thema „Gedächtnis der Kunst“ gewidmet. Der kanadische Künstler Jeff Wall hat eine riesige Fotografie in Breitwandformat in einen Dia-Leuchtkasten gebannt. Es zeigt einen jüdischen Friedhof in Vancouver mit Holocaust Memorial. „Das Foto ist komponiert wie ein Gemälde“, erläutert Sammlungsleiterin Dr. Magdalena Holzhey die vielen Einzelheiten auf dem Bild. Nichts darauf ist zufällig.

Gleich gegenüber steht eine ironisch gemeinte Holzskulptur von Mike Kelley und Paul McCarthy, die in eher scherzhafter Weise an politische Gefangene erinnern will. Strenge Ernsthaftigkeit des Fotos und ironische Brechung der Skulptur setzen den Raum in eine Spannung. Beide Kunstwerke dienen der Erinnerung. „Das ist Assoziationsraum, gerade auch für Schulklassen geeignet“, lädt Dr. Holzhey zur Betrachtung ein.

Der zweite neu eingerichtete Saal ist der bekannten Künstlerin Paula Modersohn-Becker aus der frühen Moderne gewidmet. Darin hängt das Gemälde eines trauernden Kindes in offenbarer Anlehnung an Trauerfiguren, die in früheren Zeiten als Grabbeigaben dienten.

„Raum und Zeit“ ist das Thema des dritten Saales. Hier vereint Kuratorin Dr. Sylvia Martin Gemälde, Zeichnungen und Fotografien verschiedener Künstler. „Auf jeder Arbeit ist ein Raum zu sehen, der mit einer besonderen Vorstellung von Zeit verbunden ist“, erläutert Dr. Martin. Ein Foto beispielsweise zeigt eine ältere Dame in einem zugestellten kleinen Zimmer. „Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein“, deutet Dr. Martin die Wirkung der Ansicht. Besondere Wirkung erzielt ein kleines Gemälde von Paul Klee. Es zeigt ein in sich verschachteltes Häusermeer. Als ob eine Stadt aus sich selbst heraus wachsen würde wie eine Pflanze. Eine suggestive Ausstrahlung.

Die drei Räume wurden eingerichtet unter dem gemeinsamen Format der „Sammlung in Bewegung“. Unter diesem Titel holt das Museum in Abständen seine Schätze aus dem Magazin und präsentiert sie jeweils in einem definierten Bedeutungszusammenhang dem Publikum.

Wieder ein Grund mehr, das Museum zu besuchen.

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