Aktionswoche: Freie Wohlfahrtspflege in NRW weist auf Missstände hin Black Week: Gehen bald die Lichter aus?

Mönchengladbach · Personalnot, Überlastung, Unterbesetzung und Unterbezahlung: All das sind Probleme, die in vielen Einrichtungen der Wohlfahrts- und Sozialarbeit bekannt sind. Mit einer landesweiten Aktionswoche wollen die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege NRW auf diese Missstände aufmerksam machen.

 Hartmut Krabs-Höhler, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege in NRW, ruft zur Black Week auf.

Hartmut Krabs-Höhler, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege in NRW, ruft zur Black Week auf.

Foto: DRK LV Nordrhein

„Der Arbeitsalltag in den sozialen Einrichtungen ist geprägt von einem Spardruck. Die Unsicherheit über die Zukunft sozialer Dienstleistungen in NRW ist so groß wie nie. Wir entfernen uns aktuell immer weiter von einer bedarfsdeckenden sozialen Infrastruktur“, betont Hartmut Krabs-Höhler, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege in NRW.

Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, rufen die freien Wohlfahrts- und Sozialverbände in Nordrhein-Westfalen vom 10. bis 14. Juni zu einer Aktionswoche auf. Dabei soll unter dem Slogan „Black Week – Gehen hier bald die Lichter aus?“ ein Appell an die Politik erfolgen. In ganz Nordrhein-Westfalen sind Träger aufgerufen, in dieser Woche auf die Missstände im sozialen Bereich hinzuweisen. Dabei sind zahlreiche Veranstaltung wie ein Protestmarsch, eine Kundgebung, eine Demonstration sowie weitere örtliche Veranstaltung geplant.

Bereits im Oktober letzten Jahres demonstrierten viele Mitarbeitende der Wohlfahrts- und Sozialarbeit zusammen mit weiteren Betroffenen vor dem Landtag von NRW. Es folgten im Zuge dieser Kampagne die größten Sozialproteste in Nordrhein-Westfalen seit Jahrzehnten, doch eine Reaktion der Politik sei bisher ausgeblieben.

„Die gesamte soziale Infrastruktur in NRW steckt in einer bedrohlichen Krise“ betont Hartmut Krabs-Höhler. Und weiter: „Finanzielle Defizite und Personalmangel werden zu weiter reduzierten Angeboten und Schließungen von Einrichtungen führen. Statt konkreter Maßnahmen, sehen wir nur eine Verwaltung des Mangels in der Soziallandschaft. Wir befürchten, dass viele Einrichtungen ihre Dienste unter diesen Bedingungen einstellen müssen, wenn nicht endlich politisch gegengesteuert wird.“

Weitere Informationen zur Aktionswoche unter www.freiewohlfahrtspflege-nrw.de/blackweek

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